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Phosphorrecycling: Qualität und Marktfähigkeit sind entscheidend

Ab dem Jahr 2029 besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Eine Studie von Ramboll Civity Management Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass eine ökologisch nachhaltige Kreislaufwirtschaft nur mit besonders reinen und schadstoffarmen Phosphorrezyklaten realisierbar ist. Darüber hinaus empfiehlt die Untersuchung, für den Phosphorhandel eine gesetzlich festgelegte Rezyklatquote einzuführen.

von | 02.03.26

Quelle: AdobeStock/Bohdan Melnyk

Phosphor ist ein strategischer und nicht substituierbarer Rohstoff, dessen Verfügbarkeit aktuell in Deutschland vollständig von Importen abhängt.

Voraussetzung für eine ökologisch sinnvolle Kreislaufführung sind Verfahren, die den Phosphor vollständig aus der Aschematrix extrahieren und als klar definierte Produkte bereitstellen. Technologien und Verwendungen, bei denen der Phosphor in der Asche verbleibt, führen hingegen zu einer Rückführung von Schadstoffen in Boden- und Wasserkreisläufe und beeinträchtigen damit die Qualität der Trinkwasserressourcen.

Zugleich zeigt die Untersuchung, dass die Rückgewinnungspflicht allein nicht ausreicht, um einen tragfähigen Markt für Sekundärphosphor aufzubauen. Da die Preise für Primärphosphor ökologische und soziale Folgekosten nicht abbilden, empfiehlt die Studie die Einführung einer gesetzlich verankerten Rezyklatquote für den Handel mit Phosphor, um Investitionen abzusichern und verlässliche Nachfrage zu schaffen. Darüber hinaus kann Phosphorrecycling einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit leisten.

Kurz-Ergebnisse der Studie

Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, erklärt zu den Studienergebnissen: „Phosphor ist ein unverzichtbarer Rohstoff für Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Industrie, gleichzeitig aber mit erheblichen geopolitischen, ökologischen und qualitativen Risiken verbunden. Die Studie zeigt deutlich, dass Phosphorrecycling aus Klärschlamm die Chance bietet, eine bislang kaum genutzte heimische Ressource zu erschließen und damit sowohl Umwelt- und Gewässerschutz als auch Versorgungssicherheit zu stärken. Voraussetzung dafür sind jedoch klare Qualitätsanforderungen: Ökologisch vertretbar und breit einsetzbar sind ausschließlich hochreine, schadstoffarme Rezyklate. Gleichzeitig braucht es verlässliche marktliche Rahmenbedingungen. Eine gesetzlich verankerte Rezyklatquote kann die notwendige Nachfrage schaffen, Investitionen absichern und dazu beitragen, die Rückgewinnung wirtschaftlich und praxisnah umzusetzen. Politik und Abwasserentsorger müssen gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Deutschland die Pflichten aus der Klärschlammverordnung erfüllen kann.“

Weitere Informationen

Quelle: BDEW

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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