Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Phosphor-Recyclinganlage von HAMBURG WASSER und REMONDIS

Die weltweit erste Phosphor-Recyclinganlage ist auf der Zielgeraden. HAMBURG WASSER und REMONDIS haben 18.12.2020 auf dem Hamburger Klärwerk angekündigt, ab Januar 2021 den Betrieb der neu errichteten Anlage mit einer gut dreimonatigen Einfahrphase zu starten.

von | 22.12.20

Das Projekt mit Vorzeigecharakter ist bislang weltweit einzigartig: In Hamburg wird der lebenswichtige Rohstoff Phosphor mit dem von REMONDIS entwickelten TetraPhos®-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen. Jährlich wird die Anlage rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche verwerten und daraus rund 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure gewinnen.

Strom und Wärme aus Klärschlamm

„Der Klärschlamm, den wir auf dem Klärwerk produzieren, gilt uns in Hamburg schon lange als schwarzes Gold. Wir nutzen ihn seit mehr als 20 Jahren, um Strom und Wärme daraus zu gewinnen. Mit der Phosphor-Recyclinganlage gehen wir nun den nächsten Schritt und schließen einen weiteren wichtigen Stoffkreislauf. Unser Klärwerk ist damit ab heute nicht nur eine Anlage zur Abwasserreinigung, die nachhaltige Energie produziert, sondern gleichzeitig eine urbane Mine“, sagt Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer von HAMBURG WASSER.

Rückgewinnung von Ressourcen

„Das patentierte TetraPhos®-Verfahren zum Phosphorrecycling erfüllt bereits heute die ab 2029 geltenden gesetzlichen Vorgaben. Bei dem TetraPhos®-Verfahren werden gleich mehrere marktfähige Sekundärrohstoffe, die zu 100 % in den Kreislauf zurückgeführt werden können, in gleichbleibender Qualität und Verfügbarkeit zurückgewonnen: Phosphor als lebensnotwendige Ressource. Eisen- und Aluminiumsalze, welche wiederum zur Phosphat-Elimination in der Kläranlage verwendet werden können. Darüber hinaus entsteht Gips der in der Baustoffindustrie Verwendung findet“, berichtet Dr. Martin Lebek, Geschäftsführer REMONDIS Aqua Industrie GmbH & Co. KG.

1,5 Jahre Bauzeit

Die Phosphor-Rückgewinnungsanlage wurde in gut anderthalb Jahren auf dem Gelände des Klärwerks Hamburg in unmittelbarer Nähe zur Klärschlammverbrennungsanlage VERA von der Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH (HPHOR) als Gemeinschaftsunternehmen von HAMBURG WASSER und REMONDIS errichtet. Beide Anlagen werden im Betrieb von der Hamburger Umweltbehörde, BUKEA, genehmigt und überwacht.

Hohe Phosphor-Nachfrage

Die weltweiten Phosphorvorkommen sind endlich, doch die Nachfrage steigt konstant. Laut Umweltbundesamt wird der Bedarf zwischen 2051 und 2092 das Angebot übersteigen. Derzeit muss Deutschland den Rohstoff vollständig importieren. Zirka 230.000 Tonnen Phosphor pro Jahr werden beispielsweise in Form von Dünger auf die Felder ausgebracht.

Nahrungsmittelindustrie

Der Rohstoff ist essentiell für das Pflanzenwachstum und damit für die gesamte Nahrungsmittelproduktion, kann aber auch nutzbringend als Futtermittel oder Lebensmittelzusatz genutzt werden. Auch für vielfältige Industriezwecke wie z.B. Korrosionsschutzmittel ist Phosphor erforderlich.

Rückgewinnung wird wichtiger

Die Rückgewinnung von Phosphor wird damit stetig relevanter. Die deutsche Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss. HAMBURG WASSER wird der erste kommunale Entsorger sein, der diese Vorgabe mit Hilfe des REMONDIS TetraPhos®-Verfahrens erfüllt. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm.

Mit der neuen Recycling-Anlage für Phosphor demonstrieren REMONDIS und HAMBURG WASSER, wie dem nahenden globalen Engpass auf kommunaler Ebene begegnet werden kann: Würden alle deutschen Kläranlagenbetreiber dem Hamburger Beispiel folgen, könnte auf 60 Prozent der Phosphorimporte verzichtet werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen

Vom 3. bis 6. November 2026 bringt die Ecomondo in Rimini Unternehmen, Versorger, Forschung und Politik aus der Green, Blue und Circular Economy zusammen. Für die Wasserwirtschaft stehen unter anderem Wasser- und Abwasserbehandlung, resiliente Infrastrukturen, Digitalisierung, Wasserwiederverwendung und die europäische Wasserpolitik im Mittelpunkt.

mehr lesen
DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien
DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien

Welche komplexen europäischen Regelungen ab dem 31.12.2026 gelten, beleuchtet der DVGW-Kongress am 17. November 2026 (online). Im Fokus stehen die neuen EU-Regularien für Materialien im Kontakt mit Trinkwasser: Europaweite Positivlisten, Zertifizierung und Konformitätsbewertung lösen die bisherigen nationalen UBA-Bewertungsgrundlagen ab – diese bleiben unter bestimmten Voraussetzungen nur noch bis maximal 2032 anwendbar. Offene Fragen reichen vom Umgang mit Bestandsprodukten bis zu Bleigrenzwerten bei metallenen Werkstoffen.

mehr lesen
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz

Das Projekt „Mehr Wasser für die Aue“ verbindet Gewässerentwicklung mit modernem Echtzeitmonitoring. Dafür wurden wilde-natur.org und der UHV 20 „Untere Oste“ beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss 26“ mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

mehr lesen
DVGW-Kongress online: Die Wärme unseres Trinkwassers
DVGW-Kongress online: Die Wärme unseres Trinkwassers

Steigende Durchschnittstemperaturen und mehr Hitzewellen lassen ein bislang wenig beachtetes Thema in den Fokus rücken: die Temperatur des Trinkwassers im Verteilnetz. Am 12. November beleuchtet der DVGW-Kongress online, wie diese Temperaturen entstehen, welche mikrobiologischen Folgen – etwa durch Aeromonaden – damit einhergehen können, und welche Gegenmaßnahmen sich in der Praxis bewährt haben, mit Erfahrungsberichten unter anderem von Gelsenwasser und den Stadtwerken Erfurt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Weber-Ingenieure GmbH

Themen: Abwasserbehandlung | Netze

Abwasserbehandlung, Baumanagement, Infrastruktur und Stadtentwässerung, Ingenieurbau, Konversion und Abfall, Technische Ausrüstung, Wasserbau,

SUMA Rührtechnik GmbH

Thema: Abwasserbehandlung

Seit 1957 entwickelt und produziert SUMA Rührwerke für eine Vielzahl von Anwendungen und Branchen. Aufbauend auf unseren Wurzeln im Agrarsektor haben wir uns zu einem Anbieter von Rührtechnik für den Wasser- und Abwasserbereich, Biogas und viele weitere Industriebereiche entwickelt. In den

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: