Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Pharma- und Kosmetikindustrie ohne Erfolg vor dem EuG: Gericht stützt Rechtsauffassung von BDEW und VKU

Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hat die Klagen der Pharma- und Kosmetikindustrie gegen zentrale Teile der neuen Kommunalabwasserrichtlinie abgewiesen. Damit bestätigt das Gericht die Position von BDEW und VKU: Die erweiterte Herstellerverantwortung bleibt zentraler Bestandteil europäischer Umweltpolitik – und soll nun rasch in deutsches Recht umgesetzt werden.

von | 19.02.26

Die novellierte EU-Kommunalabwasserrichtlinie stärkt den Gewässerschutz und verpflichtet erstmals Hersteller von Arznei- und Kosmetikprodukten zur Kostenbeteiligung.
Quelle: AdobeStock/bilanol
Pharma; KARL; Abwasser

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßen die Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union (EuG), die Klagen der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie gegen zentrale Elemente der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) als unzulässig abzuweisen. Damit folgt das Gericht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, die sich im Verfahren als Streithelfer positioniert hatten.

Gericht bestätigt erweiterte Herstellerverantwortung

Insgesamt hatten 16 Verfahren, zusammengefasst in drei Hauptverfahren, das Ziel, die in der Richtlinie festgeschriebene erweiterte Herstellerverantwortung aufzuheben. Diese verpflichtet erstmals auch Hersteller von Arznei- und Kosmetikprodukten, sich an den Kosten der sogenannten vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen zu beteiligen. Also an der Entfernung von Mikroschadstoffen, die aus ihren Produkten stammen.

Die Gerichtsentscheidung entspricht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, wonach die Klagen vor dem europäischen Gericht keinen Bestand haben konnten. Vor diesem Hintergrund hatten die beiden Verbände den Streitbeitritt vor dem Europäischen Gericht gegen die Klagen der Pharma- und Kosmetikindustrie beantragt.

Meilenstein für Umweltökonomie und Gewässerschutz

Nach Auffassung von BDEW und VKU markiert die Gerichtsentscheidung einen umweltökonomischen Meilenstein für den Gewässer- und Gesundheitsschutz in Europa. Sie setze das Verursacherprinzip konsequent um und lege die Grundlage für eine nachhaltigere Finanzierung der Abwasserreinigung in Europa. Entscheidend sei nun, dass Deutschland die überarbeiteten EU-Vorgaben zügig und ohne nationale Sonderregelungen in nationales Recht überführt.

Appell an die Industrie: Vom Klagen zum Mitgestalten

Die beiden Verbände rufen die Pharma- und Kosmetikindustrie dazu auf, ihre bisherige Abwehrhaltung aufzugeben und sich aktiv an der Umsetzung der Richtlinie zu beteiligen. „Die Richtlinie ist beschlossen – jetzt ist die Zeit für Dialog und gemeinsame Verantwortung“, betonen BDEW und VKU. Sie fordern die pharmazeutische und kosmetische Industrie auf, sich aktiv und konstruktiv an der Umsetzung zu beteiligen sowie Verantwortung für die von ihnen verursachten Spurenstoffe zu übernehmen.

 


Quelle: BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz

Das Projekt „Mehr Wasser für die Aue“ verbindet Gewässerentwicklung mit modernem Echtzeitmonitoring. Dafür wurden wilde-natur.org und der UHV 20 „Untere Oste“ beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss 26“ mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

mehr lesen
DVGW-Kongress online: Die Wärme unseres Trinkwassers
DVGW-Kongress online: Die Wärme unseres Trinkwassers

Steigende Durchschnittstemperaturen und mehr Hitzewellen lassen ein bislang wenig beachtetes Thema in den Fokus rücken: die Temperatur des Trinkwassers im Verteilnetz. Am 12. November beleuchtet der DVGW-Kongress online, wie diese Temperaturen entstehen, welche mikrobiologischen Folgen – etwa durch Aeromonaden – damit einhergehen können, und welche Gegenmaßnahmen sich in der Praxis bewährt haben, mit Erfahrungsberichten unter anderem von Gelsenwasser und den Stadtwerken Erfurt.

mehr lesen
Wasserwirtschaft unter Anpassungsdruck: DVGW fordert mehr Resilienz
Wasserwirtschaft unter Anpassungsdruck: DVGW fordert mehr Resilienz

Klimafolgen und steigende Anforderungen an den Gewässerschutz erhöhen nach Einschätzung des DVGW den Handlungsdruck in der Wasserwirtschaft. Auf dem DVGW Kongress 2026 rückte der Verband Investitionen in Infrastruktur, schnellere Anpassungsmaßnahmen und den vorsorgenden Schutz der Trinkwasserressourcen in den Mittelpunkt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Weber-Ingenieure GmbH

Themen: Abwasserbehandlung | Netze

Abwasserbehandlung, Baumanagement, Infrastruktur und Stadtentwässerung, Ingenieurbau, Konversion und Abfall, Technische Ausrüstung, Wasserbau,

SUMA Rührtechnik GmbH

Thema: Abwasserbehandlung

Seit 1957 entwickelt und produziert SUMA Rührwerke für eine Vielzahl von Anwendungen und Branchen. Aufbauend auf unseren Wurzeln im Agrarsektor haben wir uns zu einem Anbieter von Rührtechnik für den Wasser- und Abwasserbereich, Biogas und viele weitere Industriebereiche entwickelt. In den

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03