Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Nachhaltige Wasserökologie: Prädiktive Ökologie im Anthropozän

Dürren, Überschwemmungen und der Verlust aquatischer Biodiversität – die Folgen des Klimawandels und der Urbanisierung stellen unsere Gesellschaft vor immense Herausforderungen. Wie reagieren Seen, Flüsse und Feuchtgebiete auf den globalen Wandel? Um Antworten zu finden, hat das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) den Programmbereich „Prädiktive Ökologie im Anthropozän“ ins Leben gerufen. Mit innovativen Forschungsansätzen und neuer Infrastruktur setzt das IGB wegweisende Impulse für den Schutz von Wasserressourcen und Ökosystemen.

von | 22.01.25

Dürren und Überschwemmungen beeinflussen zunehmend die Qualität und Verfügbarkeit von Wasserressourcen und bedrohen die Stabilität der aquatischen Ökosysteme.
Quelle: Adobestock/ Alberto Masnovo

Der Klimawandel, veränderte Landnutzung und die fortschreitende Urbanisierung stellen unsere Gesellschaft vor enorme Herausforderungen – insbesondere im Umgang mit Seen, Flüssen und Feuchtgebieten. Dürren und Überschwemmungen beeinflussen zunehmend die Qualität und Verfügbarkeit von Wasserressourcen und bedrohen die Stabilität der aquatischen Ökosysteme. Um die komplexen Folgen besser zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, hat das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) den neuen Programmbereich „Prädiktive Ökologie im Anthropozän“ ins Leben gerufen.

Wissenschaftliche Ansätze für den Schutz der Biodiversität

Das Ziel des neuen Programmbereichs ist es, die Reaktionen von Süßwasserökosystemen auf die Herausforderungen des globalen Wandels genauer zu erforschen und vorherzusagen.

„Durch die Kombination interdisziplinärer Ansätze und innovativer wissenschaftlicher Methoden möchten wir Prioritäten für den Schutz der biologischen Vielfalt und essenzieller Ökosystemfunktionen setzen“, betont Prof. Dr. Luc De Meester, Direktor des IGB.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbindung von Modellierung und empirischer Forschung, der Betrachtung ökologischer Ebenen – von Individuen bis zu ganzen Ökosystemen – und der Analyse in verschiedenen räumlichen Dimensionen.

Finanzierung und Ausbau der Forschungsinfrastruktur

Die notwendige Aufstockung der Grundfinanzierung für die Umsetzung des Programmbereichs wurde Ende 2024 durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern beschlossen. Nach einer dreijährigen Aufbauphase wird die Finanzierung ab 2028 dauerhaft in den Haushalt des IGB integriert und umfasst jährlich rund 2,2 Millionen Euro. Hinzu kommen Eigenmittel in Höhe von über 500.000 Euro pro Jahr. Diese Mittel ermöglichen den Aufbau von mindestens acht neuen Forschungsgruppen, die die wissenschaftliche Expertise in diesem Bereich erheblich erweitern sollen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen
Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen

Ein Forschungsteam der ETH Zürich hat ein neues KI-Modell entwickelt, das Zusammenhänge zwischen Atmosphäre, Landoberfläche und Wasserkreislauf analysieren kann. Das sogenannte „Earth System Foundation Model“ soll dabei helfen, Wetterextreme wie Stürme oder Dürren besser zu verstehen und vorherzusagen. Die KI kann zudem fehlende Daten ergänzen und unterschiedliche Umwelt- und Wetterdaten gemeinsam auswerten. Getestet wurde das Modell unter anderem am Supertaifun Doksuri, dessen Entwicklung und Ausbreitung die KI mit hoher Genauigkeit rekonstruieren konnte.

mehr lesen
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze

Große Solarparks könnten in trockenen Regionen künftig nicht nur Strom erzeugen, sondern auch das lokale Klima beeinflussen. Forschende der Universität Hohenheim untersuchen, ob sich durch riesige Solaranlagen und künstlich angelegte Dünen mehr Niederschlag in Wüstengebieten erzeugen lässt. Hintergrund ist, dass dunkle Flächen Sonnenwärme aufnehmen und dadurch Luftströmungen verändern können. Langfristig könnte dieser Ansatz helfen, extrem trockene Regionen teilweise wieder fruchtbarer zu machen.

mehr lesen
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser

Nitratdünger steigert Ernten, belastet aber das Trinkwasser. Forschende der Universität des Saarlandes und der Universität Graz entwickeln nun eine Membran, die Nitrat nicht nur filtert, sondern möglichst zu harmlosem Stickstoff umwandelt.

mehr lesen
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau

Die Emschergenossenschaft treibt zentrale Projekte zur Klimafolgenanpassung im Ruhrgebiet weiter voran. Im Fokus stehen der Ausbau des Hochwasserschutzes sowie die ökologische Verbesserung von Gewässern wie dem Hörder Bach oder der Aspelflötte. Dafür plant der Wasserwirtschaftsverband jährliche Investitionen von rund 300 Millionen Euro. Aktuelle Maßnahmen reichen von der Sanierung der Emscher-Deiche bis hin zu umfangreichen Renaturierungsprojekten in Dortmund und Bottrop

mehr lesen
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“

Die Wasserversorgung steht längst mitten im digitalen Umbruch – doch je stärker Systeme, Daten und Prozesse vernetzt werden, desto größer werden auch die Angriffsflächen. Dr.-Ing. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser, spricht im Interview über Cyberbedrohungen, Datensouveränität, die Rolle von KI als Entscheidungshilfe und die Frage, wie sich Versorgungssicherheit in einer zunehmend fragilen Welt realistisch organisieren lässt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03