Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Köln: Startschuss für größtes Hochwasserschutzprojekt

Nordrhein-Westfalen hat die Genehmigung für das bislang größte Hochwasserschutzprojekt am Rhein erteilt. In Köln-Worringen entsteht ein steuerbarer Retentionsraum, der bei Hochwasser gezielt geflutet werden kann. So sollen bis zu 30 Millionen Kubikmeter Wasser aufgefangen und Pegelspitzen deutlich gesenkt werden. Auch Städte wie Düsseldorf und Regionen bis in die Niederlande profitieren von der Maßnahme.

von | 08.04.25

Der Retentionsraum wird künftig geflutet, wenn der Kölner Pegel eine Höhe von mindestens 11,70 Metern erreicht und eine Hochwasserwelle von über 11,90 Metern prognostiziert wird.
Quelle: Pixabay/music4life

Am 14. März 2025 überreichte Umweltminister Oliver Krischer den Genehmigungsbescheid für den Retentionsraum Worringen an Ulrike Franzke, Vorständin der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB Köln). Diese Maßnahme zielt darauf ab, mehrere Zehntausend Menschen im Kölner Norden vor Hochwasser zu schützen und bietet Entlastung für alle, die unterhalb von Köln-Worringen am Rhein leben. Die künstlich geschaffene Überschwemmungsfläche soll bei Hochwasser bis zu 30 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen und dadurch Hochwasserspitzen am Rhein um bis zu 17 Zentimeter reduzieren. Hierfür werden umgrenzende Bauwerke errichtet, die ein kontrolliertes Fluten und späteres Ablassen des Wassers auf einer Fläche von insgesamt 670 Hektar ermöglichen.

Steuerbarer Hochwasserschutz mit überregionaler Wirkung

Minister Krischer betonte die Bedeutung des Projekts:„Wir können dieses Becken wie eine Badewanne steuern – mit einem Riesen-Schutzeffekt für die Menschen. Das hilft nicht nur Köln, sondern auch Düsseldorf und allen Rheinunterliegern bis in die Niederlande.“

Durch Begradigungen und Verbauungen haben Flüsse in den vergangenen Jahrhunderten ihre natürlichen Überschwemmungsgebiete verloren. Für einen effektiven Hochwasserschutz ist es daher essenziell, den Flüssen wieder Raum zu geben, beispielsweise durch Renaturierungen und Maßnahmen wie diese.

Gezielte Flutung bei kritischen Pegelständen

Der Retentionsraum wird künftig geflutet, wenn der Kölner Pegel eine Höhe von mindestens 11,70 Metern erreicht und eine Hochwasserwelle von über 11,90 Metern prognostiziert wird.

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin von Köln, erklärte:„Mit dem Retentionsraum Worringen folgt jetzt der letzte große Schritt des ‚Aktionsplans Hochwasser‘ – ein Schritt, der im Rahmen der Klimafolgenanpassung unserer Stadt umso dringlicher geworden ist.“

Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln beginnen nun mit der detaillierten Ausführungsplanung und der Vergabe der Bauleistungen, die von 2027 bis 2034 stattfinden sollen.

Ulrike Franzke erläuterte:„Zur Realisierung sind unter anderem Deiche, Hochwasserschutzwände sowie Ein- und Auslassbauwerke zur gezielten Steuerung des Hochwassers erforderlich.“

Quelle: Stadtentwässerungsbetriebe Köln Die Anlagen des Retentionsraums Köln-Worringen im Überblick

Finanzierung und Naturschutzaspekte

Das Land Nordrhein-Westfalen leistet neben dem Bund einen erheblichen Anteil an der Finanzierung des Projekts. Die Gesamtkosten betragen aktuell 226 Millionen Euro. Zudem ist der Worringer Bruch ein Naturschutzgebiet und dient als Naherholungsgebiet. Durch den Abschluss des Planfeststellungsverfahrens liegt nun die Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln vor.

Regierungspräsident Dr. Thomas Wilk sagte:„Bei einem Vorhaben dieser Größe sind vielfältige Belange zu beachten. Dazu zählen Fragen des Wassermanagements und der Bauausführung, Auswirkungen auf Nutzungen und das Naturerleben und Naturschutzaspekte.“

Zum Video

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

ECOMONDO 2026 wird immer globaler
ECOMONDO 2026 wird immer globaler

Die Ecomondo 2026 setzt ihren internationalen Expansionskurs fort und bringt vom 3. bis 6. November Fachleute aus aller Welt in Rimini zusammen. Neue Ausstellungsbereiche und Themen wie KI, Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft prägen die 29. Ausgabe der Messe.

mehr lesen
Oder-Umweltkatastrophe: Forschende legen Handlungsempfehlungen vor
Oder-Umweltkatastrophe: Forschende legen Handlungsempfehlungen vor

Forschende haben am 15.6.2026 ihre Ergebnisse zur Oder-Umweltkatastrophe 2022 vorgestellt und Bundesumweltminister Carsten Schneider Empfehlungen übergeben. Sie raten dazu, die Salz- und Nährstoffbelastung zu senken, Auen zu revitalisieren und mehr Wasser zurückzuhalten, um die Widerstandskraft der Oder langfristig zu stärken.

mehr lesen
Praxisnah am Geschehen – 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft
Praxisnah am Geschehen – 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft

Das 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft findet vom 30. September bis 1. Oktober 2026 in Brixen statt. Die Veranstaltung bietet Fachleuten aus Planung, Betrieb und Industrie eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und praxisnahe Lösungen rund um die Kleinwasserkraft. Neben Fachvorträgen stehen Networking und Exkursionen zu regionalen Anlagen auf dem Programm.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG

Thema: Wasserstress

Regenwasser-Behandlung, -Versickerung,

ENREGIS GmbH

Thema: Wasserstress

ENREGIS ist ein ausgesprochen dynamisches Unternehmen mit fachlich versierten und erfahrenen Mitarbeitern aus dem Segment des Regenwasser-Managements, der Entwässerungstechnik sowie der ökologischen regenerativen Wärmetechnik und der dazu gehörenden Dienstleistungen. Im Vertrieb und in der Beratung

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03