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Klärwerk Schönerlinde bekommt zwei neue Reinigungsanlagen

Bis Mitte 2029 sollen im Klärwerk Schönerlinde (nordöstlich von Berlin) zwei Anlagen zur weitergehenden Abwasserreinigung entstehen: eine Ozonierungsanlage und eine Flockungsfiltration.

von | 29.09.25

Blick aus der Luft auf das Klärwerk Schönerlinde der Berliner Wasserbetriebe
© Sven Bock/Berliner Wasserbetriebe

Die bereits im Bau befindliche Ozonierungsanlage, die bis 2027 fertiggestellt sein soll, spaltet mit herkömmlicher Technik bisher nicht entfernbare Spurenstoffe auf. Und eine Flockungsfiltration – deren Errichtung jetzt beginnt – eliminiert in einer vierten Reinigungsstufe letzte Reste des Nährstoffs Phosphor. Gleichzeitig entfernt sie die in der Ozonierungsanlage entstehenden Abbauprodukte von Spuren-stoffen und sorgt damit für klareres Wasser vor allem in der Havel. Die Großbaustelle soll zum Vorzeigeprojekt für moderne Abwasserreinigung werden.

Wasserbetriebe-Vorstand Frank Bruckmann, Berlins Umweltstaatssekretär Andreas Kraus, Wasserbetriebe-Vorständin Kerstin Oster und Dr. Pascale Rouault, Chefin des Kompetenzzentrums Wasser Berlin (v. l.) vor dem Rohbau der Ozonierung im Klärwerk Schönerlinde

Flockung, Fällung und Filtration

Die Flockungsfiltration nutzt das in den Oberflächenwasseraufbereitungsanlagen (OWA) Beelitzhof und Tegel bewährte Prinzip. Dem Wasser werden durch Flockung, Fällung und Filtration die in den Reinigungsstufen davor noch nicht völlig entfernten abfiltrierbaren Stoffe, darunter auch Mikroplastik, sowie Phosphorverbindungen weitestgehend entzogen. Alle sechs Berliner Werke bekommen eine solche Flockungsfiltration bzw. haben sie bereits. Die Schönerlinder Anlage – eine 105 Mio.-Euro-Investition – besteht aus zwei Filterblöcken mit 20 Filterkammern.

„Schrittweise rüsten wir bis 2040 alle unsere Klärwerke mit Technik zur Spurenstoffentfernung nebst Flockungsfiltrationen aus“, sagt Wasserbetriebe-Vorstand Frank Bruckmann. Dahinter stehen be¬trächtliche Investitionen in Technologie, die in dieser Größenordnung tatsächlich innovativ ist und deren Verfahrenskombination auf unternehmenseigener Forschung basiert.“

„Mit diesen Erweiterungen der Reinigungsleistung wird die Hauptstadtregion auch bei der Phosphor-und Spurenstoffentfernung fit für die zusätzlichen Anforderungen von KARL, der neuen EU-Kommu-nalabwasserrichtlinie“, erklärt Berlins Umweltstaatssekretär Andreas Kraus.

 

Hintergrundinformationen

Das Klärwerk Schönerlinde ist mit einer Kapazität von 105.700 m3 am Tag das drittgrößte der sechs Berliner Klärwerke. Es reinigt das Abwasser von rund 850.000 Menschen aus Berlin und Brandenburg. 87 % der 2024er Jahresmenge von 43 Mio. m3 stammten aus Berlin.

Die Oberflächenwasser-Aufbereitungsanlage (OWA) Tegel dient seit 1985 als ausgelagerte Flockungsfiltration für den Ablauf der Rieselfelder bei Schönerlinde, die 1987 durch das Klärwerk abgelöst wurden. Weil das Klärwerk nun eine Ozonierung erhält, muss auch die Flockungsfiltration direkt daneben gebaut werden. Sie schützt den 15 km langen Fließweg über den Nordgraben zur OWA am Tegeler See. Wenn die Anlagen in Schönerlinde fertig sind, reinigt die OWA Tegel weiter Wasser aus Nordgraben, Tegeler Fließ und Havel. Das verbessert die Qualität der Gewässer vom Tegeler See an havelabwärts nochmals deutlich.


(Quelle: Berliner Wasserbetriebe)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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