Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Kerstin Andreae zum Start der neuen Bundesregierung

Statement von Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, anlässlich der Vereidigung der neuen Bundesregierung.

von | 12.05.25

Quelle: BDEW/Thomas Imo

„Wir gratulieren Bundeskanzler Friedrich Merz und der neuen Bundesregierung sehr herzlich. Die neue Koalition ist nach dem ersten gescheiterten Wahlgang von Friedrich Merz nun umso stärker gefordert, Geschlossenheit bei den Abstimmungen zu zeigen. Die alte Regel ‘so wie es anfängt, so geht es weiter’ darf nicht Realität werden. Die neue Bundesregierung tritt ihr Amt in bewegten Zeiten an: Geopolitische Spannungen, eine fragile Weltwirtschaft und der Transformationsdruck durch Klimaziele erhöhen den Handlungsdruck. Jetzt kommt es darauf an, unserem Land neue wirtschaftliche Impulse zu geben. Die Energiewirtschaft steht bereit und wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Deutschland braucht bei der Energiewende eine Kurskorrektur in Richtung Kosteneffizienz, Systemintegration und Bürokratieabbau. Die Devise muss lauten: Vernünftig planen, effizient umsetzen. Der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren Energien bleibt zentral – aber sie müssen zukünftig noch besser ins Gesamtsystem integriert werden. Wir brauchen den Netzausbau, eine zielgerichtete Speicherstrategie und schnelle Ausschreibungen für steuerbare Kraftwerke, um das Energiesystem der Zukunft auf die kommenden Herausforderungen einzustellen. Um die notwendigen Investitionen auszulösen, muss die neue Koalition das Kraftwerkssicherheitsgesetz und Festlegungen zum Kapazitätsmechanismus auf ihre 100-Tage-Agenda nehmen.

Deutschland muss insgesamt erheblich effizienter, digitaler und unbürokratischer werden

Je weniger Bürokratie und regulatorisches Mikromanagement, desto mehr Kraft können die Unternehmen in die Transformation des Energiesystems stecken. Es braucht daher insbesondere ein eigenes Bürokratieentlastungsgesetz für die Energiewirtschaft. Wir setzen hier große Hoffnung in das von der Koalition neu geschaffene Digitalministerium.

Strompreisentlastungen helfen, sind aber kein Ersatz für echte Standortpolitik. Die im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur zusätzlich zur Verfügung gestellten Mittel müssen prioritär in Kraftwerke, Wärmenetze, den Wasserstoffhochlauf und die Digitalisierung fließen – sie sind das Rückgrat einer zukunftsfesten Energieversorgung. Bei der Mittelverwendung muss dabei der Grundsatz gelten, dass investive Ausgaben konsumtiven Ausgaben vorzuziehen sind. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Was wir heute in die Infrastruktur stecken, entlastet morgen Haushalte und stärkt dauerhaft die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Trinkwasser weiterhin verlässlich bereitstellen

Neben der Energieversorgung ist auch die Qualität unseres Trinkwassers ein hohes Gut. Um das Lebensmittel Nr. 1 weiterhin verlässlich und bezahlbar bereitstellen zu können, sollte der Schutz der Wasserressourcen weiter gestärkt werden. Angesichts der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels ist es dringend erforderlich, die priorisierten Maßnahmen der Nationalen Wasserstrategie beschleunigt umzusetzen. Auf der Abwasserseite brauchen wir eine zügige ‘eins zu eins’-Umsetzung der Kommunale Abwasserrichtlinie in deutsches Recht. Dies gilt insbesondere für die Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung, ohne die eine gesicherte und verursachungsgerechte Finanzierung der vierten Reinigungsstufe nicht gegeben ist.

Wichtig ist nun, dass die neue Bundesregierung schnell ins Handeln kommt. Als BDEW stehen wir dabei sowohl im Rahmen von Gesetzesvorhaben als auch bei Dialogformaten als konstruktiver und verlässlicher Gesprächspartner bereit. Denn eines ist klar: Sichere, bezahlbare und saubere Energie sind Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Klimaneutralität in allen Sektoren – und damit für ein leistungsfähiges Deutschland in einem starken Europa.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Auszeichnung für herausragende Projekte im Wasserbau
Auszeichnung für herausragende Projekte im Wasserbau

Der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) führt einen Deutschen Wasserbaupreis ein. Ausgezeichnet werden künftig herausragende Ingenieurleistungen, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und technischen Fortschritt im Wasserbau und in der Wasserwirtschaft verbinden. Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen des BWK-Bundeskongresses vergeben.

mehr lesen
Aqua Urbanica 2026 in Kaiserslautern
Aqua Urbanica 2026 in Kaiserslautern

Vom 21. bis 23. September 2026 bringt die Aqua Urbanica in Kaiserslautern Fachleute aus Wissenschaft, Planung und Praxis zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen rund um die Stadtentwässerung, die Regenwasserbewirtschaftung sowie der Einsatz realer Messdaten zur Weiterentwicklung hydrologischer Modelle.

mehr lesen
BUND-Recherche zeigt Defizite beim Hochwasserschutz
BUND-Recherche zeigt Defizite beim Hochwasserschutz

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weiterhin erhebliche Defizite beim Hochwasserschutz. Eine neue Recherche zeigt, dass Flüsse in Deutschland große Teile ihrer natürlichen Überschwemmungsflächen verloren haben und der Schwerpunkt der Investitionen nach wie vor auf technischen Schutzmaßnahmen liegt. Aus Sicht des BUND sind deutlich mehr Investitionen in die Wiederherstellung von Auen, Deichrückverlegungen und andere naturbasierte Lösungen erforderlich, um Hochwasserrisiken und die Folgen des Klimawandels wirksam zu begrenzen.

mehr lesen
OOWV treibt Ausbau der Infrastruktur weiter voran
OOWV treibt Ausbau der Infrastruktur weiter voran

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat 2025 insgesamt 165 Millionen Euro in die Wasserver- und Abwasserinfrastruktur investiert – mehr als im Vorjahr. Mit dem Ausbau von Wasserwerken, Leitungen und Kläranlagen reagiert der Verband auf den steigenden Wasserbedarf, den Klimawandel und wachsende Anforderungen an eine sichere Versorgung.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Hermann Sewerin GmbH

Thema: Netze

Technologien für die

Pipetronics GmbH & Co. KG

Thema: Netze

Niederlassung Rhein-Ruhr Produktbereich: Rohrinnendichtsysteme

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03