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Jubiläum beim StEB Köln: 30 Jahre Hochwasserschutzkonzept

Seit 30 Jahren schützt das Hochwasserschutzkonzept die Stadt Köln vor den Folgen von Rhein-Hochwasser. Dieses Jubiläum haben die StEB Köln Anfang Februar gemeinsam mit der Kölner Bevölkerung sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung mit einem Hochwasserschutz-Tag in der Kölner Altstadt gefeiert.

von | 13.02.26

Volker Lüdicke, Leiter Operativer Hochwasserschutz StEB Köln; William Wolfgramm, Dezernent für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften Stadt Köln; Ulrike Franzke, Vorständin StEB Köln; Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und Dr. Ulf Schulze-Hennings, Geschäftsbereichsleiter Infrastrukturbewirtschaftung Netze StEB Köln, vor einer mobilen Hochwasserschutzwand (vl.n.r).
Quelle: StEB Köln/Peter Jost

Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier standen die Würdigung von 30 Jahren Hochwasserschutzkonzept, eine Pressekonferenz sowie die jährliche Hochwasserschutzübung, bei der der Aufbau mobiler Schutzanlagen unter realistischen Bedingungen trainiert wurde. Vielfältige Informations- und Mitmachangebot für die Bevölkerung begleiteten den Tag. Das Hochwasserschutzkonzept wurde nach den extremen Hochwassern der Jahre 1993 und 1995 einstimmig vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Es markierte einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Hochwasser: weg vom reinen Reagieren hin zu einem vorausschauenden, systematischen und langfristig angelegten Schutz der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Für Ulrike Franzke, Vorständin der StEB Köln, standen am Hochwasserschutz-Tag neben der Technik vor allem der feierliche Anlass und die gemeinsame Leistung vieler Beteiligter im Fokus:

30 Jahre Hochwasserschutzkonzept bedeuten 30 Jahre Verantwortung, Weitsicht und konkrete Sicherheit für Köln. Dieses Jubiläum zeigt, was möglich ist, wenn Politik, Verwaltung und Einsatzkräfte konsequent zusammenarbeiten – und wenn Vorsorge nicht nur beschlossen, sondern auch umgesetzt wird.“

Langfristiger Hochwasserschutz über Köln hinaus

Torsten Burmester, Kölns Oberbürgermeister im Gespräch mit Ulrike Franzke. Quelle: StEB Köln/Peter Jost

Seit 1995 wurden auf Grundlage des Konzepts unter anderem 28 Kilometer neue Hochwasserschutzmauern gebaut, 27 Kilometer bestehende Anlagen saniert und die Retentionsräume Langel und Worringen entwickelt. Heute umfasst der Hochwasserschutz in Köln rund 70 Kilometer Rheinufer, davon fast 11 Kilometer mobile Schutzwände. Bei Hochwasserereignissen in den Jahren 1999, 2011, 2018 und 2021 konnte die Stadt somit vor größeren Schäden bewahrt werden. Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte die über die Stadtgrenzen hinausgehende Bedeutung des Kölner Hochwasserschutzes:

„Köln hat beim Hochwasserschutz Pionierarbeit geleistet. Seit drei Jahrzehnten zeigt die Stadt, wie wir uns konsequent gegen extreme Hochwasserereignisse wappnen können. Das Kölner Konzept ist in Zeiten des Klimawandels ein Beispiel dafür, wie vorausschauende Planung und innovative Maßnahmen nicht nur eine Stadt, sondern auch Regionen flussabwärts wirksam schützen können. Für uns im Land ist klar: Wir investieren weiter massiv in diese Vorsorge. Es gibt keine absolute Sicherheit, aber wir können uns bestmöglich vorbereiten – so wie hier in Köln.“

Auch William Wolfgramm, Kölner Dezernent für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften, hob den langfristigen Wandel im Umgang mit Hochwasser hervor:

„Mit dem Hochwasserschutzkonzept hat Köln aus den Erfahrungen der 1990er-Jahre klare Konsequenzen gezogen. Es steht für einen echten Paradigmenwechsel: weg vom Improvisieren, hin zu Vorsorge und langfristiger Sicherheit für eine wachsende Stadt am Rhein.“

Gemeinsam zum Ziel

Ein zentraler Bestandteil der Feier waren die gut besuchten Hochwasserschutz-Führungen durch die Altstadt. Dabei erhielten die Bürger*innen anschauliche Einblicke in die technischen Schutzmaßnahmen entlang des Rheins und in die Abläufe im Hochwasserfall. Das Programm wurde durch Infostände der StEB Köln, des THW, der DLRG und des HochwasserKompetenzCentrums (HKC) sowie durch Angebote der Wasserschule ergänzt. Parallel zur Bürgerveranstaltung fand die jährliche Hochwasserschutzübung statt. Dabei wurden unter anderem mobile Hochwasserschutzwände, der Notausstieg des Rheinufertunnels sowie ein Rettungssteg aufgebaut. Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte beteiligt, die 123 Stützen und 1.603 Dammbalken montierten.

„Hochwasserschutz funktioniert nur, wenn Abläufe sitzen und das Zusammenspiel aller Beteiligten regelmäßig geübt wird. Der Hochwasserschutz-Tag verbindet genau das: Information, Übung und den Dialog mit den Menschen in Köln“, so Ulrike Franzke.

Der Hochwasserschutz-Tag hat gezeigt: Hochwasserschutz ist mehr als Technik – er ist eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Infrastrukturbetreibern und Bevölkerung. Die StEB Köln haben das Jubiläum bewusst als offenen und erlebbaren Anlass gestaltet, der fachliche Expertise mit Bürgernähe verbindet. Gleichzeitig läutete der Tag das Jubiläumsjahr der StEB Köln ein. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen.


Quelle: Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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