Die Berliner Wasserbetriebe haben ihre Investitionen im Jahr 2025 erneut gesteigert und damit einen neuen Höchstwert erreicht. Trotz weitgehend stabiler Wasserverkaufs- und Abwassermengen sowie unveränderter Gebühren lag die Investitionsquote bei über 40 % des Umsatzes. Mit den umfangreichen Investitionen reagiert Deutschlands größtes Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen auf die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums in der Hauptstadtregion sowie auf veränderte Umweltbedingungen.
Schwerpunkt auf Netzen und Anlagen
Insgesamt investierten die Berliner Wasserbetriebe 543,7 Mio. Euro aus eigenen Mitteln (2024: 539,1 Mio. Euro). Der größte Anteil entfiel mit 265,9 Mio. Euro (2024: 251,4 Mio. Euro) auf die Sanierung, Erneuerung und Erweiterung des rund 19.000 km langen Rohr- und Kanalnetzes.
Weitere 233,1 Mio. Euro (2024: 245,5 Mio. Euro) flossen in Klär-, Pump- und Wasserwerke. Innerhalb dieses Bereichs lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Kläranlagen, für den 184,9 Mio. Euro aufgewendet wurden. Neben Großprojekten wie der Erneuerung zentraler Trinkwasserleitungen in der Landsberger Allee und dem Austausch wichtiger Abwasserdruckleitungen zu den südlichen Klärwerken wurden die Investitionen in die Netzinfrastruktur über das gesamte Stadtgebiet verteilt in rund 1.000 Projekten umgesetzt.
Stabile Geschäftsentwicklung trotz Sondereffekt
Der Wasserverkauf stieg 2025 leicht auf 216,5 Mio. m³ (2024: 214,3 Mio. m³). Gleichzeitig verringerte sich die in den Klärwerken behandelte Abwassermenge auf 257,0 Mio. m³ (2024: 264,7 Mio. m³). Bei konstanten Gebühren erwirtschafteten die Berliner Wasserbetriebe einen Umsatz von 1.343,4 Mio. Euro und damit 36,8 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.
Das Jahresergebnis wurde jedoch maßgeblich von einem einmaligen Effekt beeinflusst. Die Berliner Wasserbetriebe schrieben 2025 einen sogenannten Goodwill aus der Zeit der Rekommunalisierung vollständig ab. Dadurch veränderte sich das Ergebnis von einem Gewinn in Höhe von 127,0 Mio. Euro im Jahr 2024 zu einem Fehlbetrag von -149,8 Mio. Euro. Ohne diesen Sondereffekt erreichte das operative EBIT erneut das Niveau der Vorjahre.
„Die Berliner Wasserbetriebe waren auch 2025 ein verlässlicher Garant für das Funktionieren der Hauptstadt“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey. „Die Ver- und Entsorgung war zu jeder Zeit sicher – selbst unter schwierigen Bedingungen, wie den Angriffen auf die Strominfrastruktur im Herbst und Winter. Ein immenses Investitionsprogramm wurde bewältigt und – etwa bei den Not- und Zierbrunnen – sogar zusätzliche Aufgaben übernommen. Dafür sind wir dem Unternehmen und seiner Belegschaft sehr dankbar.“
Der Vorstandsvorsitzende, Frank Bruckmann, ergänzt: „Die Hauptstadtregion wächst, unsere Umwelt verändert sich, das stellt die Wasserbetriebe vor Herausforderungen. Denen stellen wir uns und machen jeden Tag unsere Infrastruktur robuster und die Stadt resilienter. Eine sichere Wasserversorgung und eine funktionierende Infrastruktur sind die Basis einer lebenswerten Stadt.“
Personalaufbau und internationale Fachkräfte
Um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, stellten die Berliner Wasserbetriebe im Jahr 2025 insgesamt 296 neue Mitarbeiter ein. Die Zahl der Beschäftigten stieg damit um 50 auf 4.886. Gleichzeitig sank das Durchschnittsalter der Belegschaft auf 46,4 Jahre.
Noch im laufenden Jahr soll zudem ein Qualifizierungs- und Integrationsprogramm starten, mit dem bis zu 40 internationale Fachkräfte auf Tätigkeiten bei den Berliner Wasserbetrieben vorbereitet werden. Im Fokus stehen dabei insbesondere Bereiche des Kerngeschäfts wie Elektrotechnik, Ingenieurwesen und die Instandhaltung des Rohrnetzes.
Quelle: Berliner Wasserbetriebe










