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Größtes bayerisches Modernisierungsprojekt: Die Schleuse Kachlet wird saniert

Fast 100 Jahre besteht das Donau-Stauwerk Kachlet mit seiner Doppelschleuse und seinem Wasserkraftwerk aus Passau bereits. Kachlet gilt als essenziell für den europäischen Güterverkehr. Seit seinem Bau 1927 ist es nun Zeit für eine Rundumerneuerung. Beauftragt wurden drei renommierte Bauunternehmen.

von | 26.01.26

Die Schleuse Kachlet in Passau benötigt eine Grundsanierung.
© HABAU / Norbert Enders

Eine der größten Modernisierungsmaßnahmen und Grundsanierungen an der Main-Donau-Wasserstraße wurde in einem offenen Bieterverfahren an eine ARGE bestehend aus den Bauunternehmen PORR, HABAU und FELBERMAYR vergeben. Im Auftrag des Wasserstraßen-Neubauamts Magdeburg werden die drei Unternehmen in einem Zeitraum von 13 Jahren beide bestehenden Schleusenkammern nacheinander generalinstandsetzen, beginnend mit der Südschleuse. Der Verkehr wird während der sechsjährigen Umbauarbeiten der Südschleuse über die Nordschleuse geführt und umgekehrt.

Wichtiger Schritt für den Erhalt der Rhein-Main-Donau-Verbindung

„Mit seiner fast 100-jährigen Betriebszeit ist die Staustufe Kachlet ein beeindruckendes Beispiel für großartige Ingenieurskunst. Mit der anstehenden erforderlich gewordenen Modernisierung und Grundsanierung wird das Bauwerk für die nächsten 100 Jahre „fit“ gemacht.“ erklärt Guido Zander, Leiter des für den Betrieb und die Unterhaltung zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Donau MDK (WSA).

Guido Zander betont, dass dadurch ein wichtiger Beitrag geleistet wird, die internationale Rhein-Main-Donau-Verbindung auch in der Zukunft sicher und verlässlich für den umweltfreundlichen und energiesparenden Verkehrsträger Schifffahrt bereitzuhalten.

Vereintes Wissen für komplexes Großprojekt

Für die ARGE ist das Projekt eine Herausforderung. PORR CEO Karl-Heinz Strauss sagt:

„Die Sanierung und Grundinstandsetzung von Verkehrswegen ist für die PORR ein zentrales Aufgabengebiet. Schiffsgebundenes Bauen am Wasser ist dabei immer herausfordernd. Bei diesem Projekt geht es um ein sehr anspruchsvolles Zusammenspiel unterschiedlicher Tätigkeiten. Zum Beispiel werden Bagger mit speziellen Fräsen, am Ponton stehend, Schlitze in die bestehende Schleusenmauer fräsen. In diesen Vertiefungen werden Anker gebohrt und die Nischen danach wieder mit Beton verschlossen.“

Kachlet gilt als essenziell für den europäischen Güterverkehr. (Quelle: HABAU / Norbert Enders)

Dass die Generalinstandsetzung der Schleuse Kachlet ein ingenieurtechnisch hochkomplexes Großprojekt sein wird, betont Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP.

„ Die Arbeiten erfordern höchste Präzision in Planung und Ausführung. HABAU bringt dafür ihre Kompetenz im Ingenieur- und Wasserbau ein, um gemeinsam mit den ARGE-Partnern eine dauerhaft sichere und leistungsfähige Infrastruktur für die Donau zu realisieren.“

Das Unternehmen FELBERMAYR-Bau wirkt mit mit Nassbaggerungen, dem Beistellen schwimmender Einheiten, Abbruch- und Erdarbeiten sowie Leitungs- und Wegebau tatkräftig am Bau mit. Geschäftsführer Bernhard Strasser unterstreicht:

„Wir freuen uns, als FELBERMAYR mit dem Bereich Tiefbau und unserem Domarin-Wasserbau Teil dieses Jahrhundertprojekts zu sein.“

Die ARGE aus PORR, HABAU und FELBERMAYR unterstützen sich sich im Bauprojekt mit ihrem jeweiligen speziellem Know-How: Spezialtiefbaukenntnisse, Ingenieur- und Erdbauleistungen der PORR, HABAU bringt besondere Ingenieur- und Erdbauexpertise mit ein und FELBERMAYR trägt Hebetechnik und langjährige Erfahrung im Wasserbau bei.

Spezielle Dimensionen im Schleusenbau

Es ist ein Großprojekt in jeder Hinsicht: Jede Schleuse wird im Endausbau etwa 335 m lang und 24 m breit sein. Bei der Errichtung kommt eine Vielzahl von Maßnahmen zum Einsatz, von Abbruch- und Erdbauarbeiten bis zu Betonbau, Leitungsbau und Stahlwasserbau. Die bestehenden Bauwerke werden bis auf die Grundsohle zurückgebaut und vollständig neu errichtet. Neben dem Neubau der Schleusenkammern nach aktuellen technischen Standards umfasst das Projekt die Installation moderner Schleusentortechnik mit neuen Stemmtoren, hydraulischen Antrieben sowie zeitgemäßer Steuerungs-, Automatisierungs- und Sicherheitstechnik. Ziel ist es, die Betriebssicherheit zu erhöhen, die Anlage an heutige Anforderungen der Binnenschifffahrt anzupassen und ihre Funktionsfähigkeit für die kommenden Jahrzehnte sicherzustellen.


Zur Originalpublikation

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