Illegaler Goldbergbau breitet sich rasch in bislang unberührte Regionen des Amazonas in Peru aus und stellt eine schwere Umwelt- und Gesundheitskrise dar, die irreparable Schäden verursachen könnte.
Lange Zeit war die illegale Goldgewinnung vor allem in der südlichen Amazonasregion Madre de Dios konzentriert. Inzwischen verlagert sie sich aber in neue Gebiete im Norden, darunter die Regionen Loreto, Ucayali und Huánuco. Treibende Kräfte hinter dieser Expansion sind unter anderem steigende Goldpreise nahe 2.000 US-Dollar pro Unze.
Folgen der Goldgewinnung
Forschende, Umweltorganisationen und indigene Gemeinden berichten, dass die Aktivitäten die Entwaldung beschleunigen, Flüsse mit Quecksilber kontaminieren, und in indigene Territorien vordringen. Auf dem Boden hinterlassen die illegalen Minen trübe, zerstörte Flusslandschaften, während einst üppige Wälder innerhalb weniger Wochen degradiert werden. Zudem sind Verbrechen und Gewalt von kriminellen Netzwerken Teil dieses expandierenden Bergbaus.
Die peruanische Regierung hat zwar einige Maßnahmen ergriffen, darunter die Bildung einer multisektoralen Kommission zur Bekämpfung des illegalen Bergbaus und Beschlagnahmen von Ausrüstung im Wert von über 16 Millionen US-Dollar. Doch diese Schritte zeigen bislang nur begrenzte Wirkung vor Ort.
Einsatz von Quecksilber
Ein besonders schwerwiegendes Problem ist der Einsatz von Quecksilber bei der Goldgewinnung. Es wird verwendet, um Goldpartikel zu trennen, gelangt aber in die Flüsse und reichert sich in Fischen und Menschen an. Wissenschaftler warnen, dass dies zu einer weiten Quecksilbervergiftung in der Bevölkerung führen könnte – analog zur historischen Minamata-Krankheit in Japan.
Indigene Gemeinschaften, die auf Fisch und Flusswasser angewiesen sind, stehen dabei besonders im Risiko. Dies macht die Krise nicht nur zu einem ökologischen, sondern auch zu einem sozialen und gesundheitlichen Problem, das weit über Peru hinaus wirkt.
Quelle: APNews







