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Förderpreis „Maritimes Kulturerbe“ zum zweiten Mal verliehen

Im Rahmen des 50. Geburtstag des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM)/Leibniz-Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven am 16. September wurde zum zweiten Mal der Förderpreis „Maritimes Kulturerbe“ verliehen.

von | 18.09.25

DSM-Direktorin Prof. Dr. Ruth Schilling, Vorsitzender des DSM-Fördervereins Jörg Schulz, Melcher Ruhkopf, Prof. Dr. Sebastian Vehlken, Lea Wesemann und Jonathan Galka (v.l.n.r.).
Foto: DSM / Monika Zupke

Die Auszeichnung, die gemeinsam vom DSM und dem Förderverein des Museums getragen wird, würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten zu maritimen Themen. In diesem Jahr kam es zu einer Premiere: Erstmals erhielten gleich drei Forschungsarbeiten das Prädikat. Eine wurde an der renommierten amerikanischen Harvard University erstellt.

„Wir sind sehr stolz, zum zweiten Mal gemeinsam mit dem DSM-Förderverein den Förderpreis Maritimes Kulturerebe ausloben zu dürfen. Besonders gefreut habe ich mich, dass gleich drei hervorragende Arbeiten mit dabei waren, die sowohl von lokalen als auch international bekannten Universitäten stammen. Damit vernetzen wir das DSM weiter mit der internationalen Forschungswelt“, sagt Prof. Dr. Ruth Schilling, Geschäftsführende Direktorin des DSM.

Wissenschaftliche Arbeiten: drei maritime Themen

Die Ausgezeichneten sind Lea Wesemann von der Universität Bremen, Melcher Ruhkopf von der Leuphana-Universität Lüneburg sowie Jonathan Galka von der Harvard University.

Wesemann befasst sich in ihrer Arbeit mit dem Titel „Aneignung von Umwelt und Welt: die Ausbeutung der deutschen Gebiete im Südwestpazifik durch die Deutsche Südseephosphat-Aktiengesellschaft, 1909–1914″ mit dem Zusammenhang von Kolonialismus und Ressourcenaneignung und zeigt am Beispiel der Bremischen Deutschen Südseephosphat-AG, wie die Ausbeutung von Phosphatvorkommen auf den Palau-Inseln zwischen 1909 und 1914 nicht nur ökologische Schäden hinterließ, die bis heute sichtbar sind, sondern auch bis in die Gegenwart politische Nachwirkungen entfaltet.

Ruhkopf untersucht in seiner Dissertation „Das Logistische Museum. Museen des Seehandels als Infrastrukturen der Kritik“ die Rolle von Museen, die sich mit dem globalen Seehandel befassen. Er entwickelt die These, dass Museen nicht nur Objekte ausstellen, sondern selbst Teil logistischer Prozesse der Zirkulation sind – und somit auch als Orte kritischer Reflexion der globalisierten Gegenwart fungieren können.

Galkas Dissertation „In the Nodule Provinces: A History of the Ocean that Minerals Promised“ schließlich analysiert die Geschichte der Mangan- und Polymetallknollen in der Tiefsee, deren Abbau seit dem 19. Jahrhundert als verheißungsvolle Ressource galt. Er zeigt, wie diese Rohstoffe zwischen Geologie, Politik, Wirtschaft und Biologie verortet wurden und wie sich ihre Bedeutung im Spannungsfeld von Kaltem Krieg, Dekolonisierung und Seerecht wandelte.

Mehr Aufmerksamkeit für Schifffahrtsmuseum

„Mit dem Förderpreis Maritimes Kulturerbe will der Förderverein die Sichtbarkeit des Deutschen Schifffahrtsmuseums stärken“, erklärte Jörg Schulz, Vorsitzender des Fördervereins. „19 Einreichungen und die hohe Qualität der ausgezeichneten Arbeiten ermutigen uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“

Der Förderpreis Maritimes Kulturerbe wurde 2023 ins Leben gerufen. Ziel der Auszeichnung ist es, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit maritimen Themen zu fördern und ihre gesellschaftliche Relevanz sichtbarer zu machen.

 

Weitere Informationen

 


(Quelle: DSM)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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