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EU-Umweltziele: Wasserindikatoren verfehlen 2030-Ziel

Ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltagentur zeigt: Die Mehrheit der Umweltziele der EU für 2030 ist gefährdet. Besonders besorgniserregend ist die Lage im Wassersektor – kein einziger Indikator ist auf Zielkurs. Ohne stärkere Maßnahmen droht das langfristige Ziel eines nachhaltigen Lebens innerhalb der planetaren Grenzen in weiter Ferne zu bleiben.

von | 05.03.25

Über den Fortschritt der Umsetzung des Umweltaktionsprogramms wird jährlich berichtet.
Quelle: Terski / Pixabay

Ende März 2022 verabschiedete der Europarat das 8. Umweltaktionsprogramm, das als Orientierung für die Gestaltung und Umsetzung der Umweltpolitik bis 2030 dienen soll. Ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltagentur zum Stand der Umsetzung und der Wahrscheinlichkeit, dass die im Programm definierten Ziele bis 2030 umgesetzt sind, ordnet 20 von 28 Indikatoren als solche ein, die ihr Ziel nicht oder wahrscheinlich nicht erreichen.

 

Indikatoren für eine erfolgreiche Umsetzung

 

Das Umweltaktionsprogramm definiert das langfristige Ziel des EU Green Deals: Bis 2050 sollen alle Menschen innerhalb der planetaren Grenzen gut leben können. Für den Zeitraum von 2022 bis 2030 wurden sechs prioritäre Themenbereiche festgelegt:

  • Eindämmung bzw. Minderung des Klimawandels,
  • Anpassung an den Klimawandel,
  • eine regenerative Kreislaufwirtschaft,
  • Null-Verschmutzung und eine Umwelt frei von Giftstoffen,
  • Biodiversität und Ökosysteme sowie
  • Druck auf Umwelt und Klima aufgrund von Produktion und Konsum innerhalb der EU.

Diesen sechs Themenbereichen wurden insgesamt 28 Indikatoren zugeordnet, anhand derer die Umsetzung politischer Maßnahmen messbar wird. Die Indikatoren umfassen unter anderem Treibhausgasemissionen, Rohstoffverbrauch, Abfallentstehung, Energieverbrauch und den Anteil biologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Flächen. Zudem wurden Bedingungen für die Erreichung des 2050-Ziels, eines guten Lebens für alle innerhalb der planetaren Grenzen, berücksichtigt. Dazu gehören:

  • Kein Netto-Landverbrauch bis 2050,
  • Verringerung von Wasserknappheit,
  • erhebliche Senkung der Umweltauswirkungen des menschlichen Konsums,
  • Wertsteigerung für umweltfreundliche Güter und Dienstleistungen sowie
  • Aufhebung ökologischer Ungleichheiten.

Der Wassersektor hinkt hinterher

Der aktuelle Report zeichnet ein insgesamt wenig optimistisches Bild: Nur acht von 28 Indikatoren erhalten das Prädikat „on track“ oder „likely on track“. Besonders auffällig ist, dass alle Indikatoren, die direkt oder indirekt mit Wasser zu tun haben, als „likely off track“ eingestuft werden. Das bedeutet, dass diese Ziele bis 2030 voraussichtlich nicht erreicht werden.

Konkret betrifft dies folgende Faktoren:

  • Klimabedingte wirtschaftliche Verluste,
  • Dürreauswirkungen auf Ökosysteme,
  • Nitrat im Grundwasser,
  • terrestrische und marine Naturschutzgebiete,
  • Wasserknappheit und
  • ökologische Ungleichheiten.

Besonders beim Indikator „Nitrat im Grundwasser“ wird festgestellt, dass die angestrebte Reduzierung der Nährstoffeinträge um 50 % wahrscheinlich nicht erreicht wird, da es hierfür keine ausreichenden gesetzlichen Regelungen gibt.

Fortschrittsbericht zeigt wenig Verbesserungen

Über den Fortschritt der Umsetzung des Umweltaktionsprogramms wird jährlich berichtet. Der aktuelle Bericht zeigt, dass es im Vergleich zum Vorjahr nur eine positive Veränderung gibt: Der Indikator „Energieverbrauch“ wechselte von „off track“ zu „likely off track“. Dies bedeutet zwar eine Verbesserung, doch insgesamt bleibt die Umsetzung der Umweltziele hinter den Erwartungen zurück.

Besonders kritisch bleibt die Entwicklung im Wassersektor, wo weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen, um die gesteckten Ziele bis 2030 zu erreichen.

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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