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Energiewende: Nutzungskonflikte um Wasser systematisch erkennen und lösen

Die Energiewende wird von der Mehrheit der Bevölkerung positiv wahrgenommen, bringt jedoch auch Nutzungskonflikte mit sich, etwa um die Ressource Wasser. Das Projekt "EnAqua" entwickelt hierfür Dialogprozesse, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit allen Akteuren Lösungen zu finden.

von | 12.09.24

Nutzungskonflikte um die Ressource Wasser erkennen und lösen: Akteure und Betroffene an einem Tisch
Quelle:Fraunhofer Umsicht

Die Energiewende wird von einem Großteil der Bevölkerung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe positiv wahrgenommen, bringt jedoch auch Herausforderungen und Konfliktpotenziale mit sich. Während einige dieser Konflikte offen sichtbar sind, bleiben andere eher latent, spielen aber dennoch eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Transformation.

Wasserstoff-Hubs und Wasserwirtschaft: Nutzungskonflikte frühzeitig erkennen und adressieren

So wurden etwa bei der Planung von Wasserstoff-Hubs die Nutzungskonflikte um die Ressource Wasser bislang nicht als systemische Herausforderung erkannt und daher nicht angemessen thematisiert. Die Wechselwirkungen zwischen der Wasserstoff- und der Wasserwirtschaft sind nur ein Beispiel für Nutzungskonflikte im Kontext der Energiewende. Angesichts zunehmender Konkurrenz um Wasser – bedingt durch lange Dürreperioden und Wassermangel infolge des Klimawandels – müssen gerade in diesen Konfliktsituationen rasch effiziente Lösungen gefunden werden.

 

Ein interdisziplinäres Konsortium aus Geistes- und Naturwissenschaftler:innen arbeitet derzeit gemeinsam mit Wasser- und Energieversorgern aus den Wasserstoff-Modellregionen Metropolregion NordWest und Metropole Ruhr an einem Dialogprozess namens »EnAqua«. Die Projektpartnerinnen wählen dabei jeweils einen Pilotraum in den Modellregionen aus und analysieren die hydrogeologische, klimatische und infrastrukturelle Situation vor Ort, ebenso wie die bestehende Wasserstoff- und Wasserinfrastruktur, die ökologische Lage und die Akteursstruktur. Auf Basis dieser Daten werden die Wechselwirkungen zwischen den Faktoren und die entstehenden Nutzungskonflikte im Pilotraum untersucht. Ein Beispiel: Der Ausbau der Wasserstoffproduktion (Faktor: räumliche Entwicklung) verstärkt bei zunehmendem Trockenstress (Faktor: Klima) den Wettbewerb um die Ressource Wasser.

Ein partizipativer Dialogprozess für die Lösung von Nutzungskonflikten

Der EnAqua-Dialog fördert die Teilnahme aller betroffenen Akteur:innen und integriert die Interessen von Bürgerinnen, Industrie, Landwirtschaft, Versorgern und Kommunen.

»Wir entwickeln den Dialog als szenarienbasierten Prozess mittels WebGIS-Anwendungen und strukturierter Kommunikations-, Abstimmungs- und Meinungsbildungsprozesse«, erläutert Projektleiterin Dr. Ilka Gehrke vom Fraunhofer UMSICHT.

Der Ansatz des Dialogs soll später zügig auf andere Regionen übertragbar sein, um noch während der Markthochlaufphase Lösungen für weitere Nutzungskonflikte in der Energiewende zu ermöglichen.

Ilka Gehrke betont: »Perspektivisch lässt sich so eine Beschleunigungswirkung erzielen, da mögliche Konflikte proaktiv im Dialog adressiert werden.«

 


Originalpublikation: Fraunhofer Umsicht

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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