Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Dezentrale Wasseraufbereitung für eine nachhaltige Zukunft

Die Wiederverwendung von Wasser wird angesichts zunehmender Wasserknappheit immer wichtiger. Im europäischen Forschungsprojekt DECIRE-WATER entwickeln internationale Partner innovative dezentrale Aufbereitungssysteme, die Wasser effizient wieder nutzbar machen und gleichzeitig wertvolle Ressourcen zurückgewinnen. Erste Demonstrationsanlagen werden nun unter realen Bedingungen erprobt.

von | 29.07.26

Vorbehandlungsstufe mit bepflanztem Rohabwasserfilter und Siebtrommel, umgeben von Begrünungselementen.
Quelle: J. Rettig, Julian Rettig Fotografie

Die Wiederverwendung von Wasser gewinnt angesichts zunehmender Wasserknappheit und der Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Im europäischen Forschungsprojekt DECIRE-WATER entwickeln internationale Partner unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) dezentrale Lösungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft. Nach einem Jahr Entwicklungsarbeit sind mehrere Demonstrationsanlagen in Betrieb gegangen. Dort werden die Technologien nun unter realen Bedingungen getestet und weiter optimiert.

Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung und steigende Anforderungen an die Wasser- und Abwasserinfrastruktur stellen viele Regionen vor neue Herausforderungen. Im Projekt DECIRE-WATER (Decentralized Solutions for a Circular and Efficient Water Management – from Demonstration to the Market) entwickeln Forschende dezentrale Aufbereitungssysteme für unterschiedliche Wasserströme. Ziel ist es, die Wiederverwendung von Wasser wirtschaftlicher und effizienter zu gestalten sowie wertvolle Ressourcen wie Stickstoff und Phosphor zurückzugewinnen. Die Systeme können sowohl eigenständig als auch ergänzend zu bestehenden zentralen Infrastrukturen eingesetzt werden und eignen sich für Wohngebäude, Quartiere oder ganze Stadtgebiete.

Naturbasierte Verfahren kombiniert mit moderner Technik

Im Mittelpunkt stehen naturbasierte Lösungen wie bepflanzte Bodenfilter. In den mit Sand oder Kies gefüllten und mit Schilf oder anderen Pflanzen bewachsenen Becken bauen Mikroorganismen Schadstoffe ab und reinigen das Abwasser.

„Unser Ziel ist es, die Vorteile naturbasierter Verfahren mit technischen Lösungen zu kombinieren und die Wasseraufbereitung gezielt an unterschiedliche Anforderungen anzupassen“, sagt Dr. Verena Höckele, Abteilungsleiterin Wassertechnologie beim Projektträger Karlsruhe am KIT.

Abhängig vom Verschmutzungsgrad des Abwassers ergänzen technische Verfahren wie Membranbioreaktoren zur biologischen Reinigung oder UV-Anlagen zur Keimreduzierung die Aufbereitung. Digitale Technologien überwachen die Prozesse kontinuierlich, erkennen Risiken frühzeitig und unterstützen eine sichere sowie effiziente Abwasserbehandlung.

Modularer Container-Bodenfilter mit Rohrleitungssystem, Filtermedium und Schilfbepflanzung zur dezentralen Wasseraufbereitung. Quelle: S. Bauschatz, RPTU

Demonstrationsstandorte liefern Erkenntnisse für die Praxis

Die Leistungsfähigkeit der entwickelten Systeme wird unter der wissenschaftlichen Koordination der RPTU an sechs Demonstrationsstandorten in Europa und Südafrika untersucht. „Wir erproben modulare Systeme und digitale Technologien unter realen Praxisbedingungen. Das ist der Schlüssel für marktfähige Lösungen, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch überzeugen und eine klimaresiliente Wasserwirtschaft unterstützen,“ ergänzt Professorin Heidrun Steinmetz, Leiterin des Fachgebiets Ressourceneffiziente Abwasserbehandlung der RPTU.

In den kommenden zwei Projektjahren sollen die Technologien kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Praxistauglichkeit weiter verbessert werden. Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass die Systeme eine zuverlässige Wasserwiederverwendung ermöglichen. Dadurch kann selbst an Standorten mit schwankenden Zuflüssen dauerhaft sauberes Bewässerungswasser bereitgestellt werden.

Ganzheitlicher Blick auf die Wasserwirtschaft

Im Projekt arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kommunen und weitere Partner eng zusammen. Neben der Entwicklung neuer Technologien untersuchen sie auch wirtschaftliche, geografische und rechtliche Rahmenbedingungen für die Wasserwiederverwendung. Lebenszyklusanalysen bewerten die ökologischen Auswirkungen der entwickelten Lösungen. Ergänzend fördern Workshops den Wissensaustausch, stärken die Akzeptanz der neuen Technologien und unterstützen deren spätere Umsetzung in der Praxis.

Weitere Informationen


Quelle: Vom Abwasser zur Ressource: Neue Wege für eine effiziente Wassernutzung

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze
Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze

Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt vor Auswirkungen der geplanten EEG-Novelle 2027 auf kleine Wasserkraftprojekte. Neue Anlagen unter 25 kW sollen nach Angaben des Verbands keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Zugleich fordert er, bestehende Querbauwerke vor einem Rückbau auf ihre wasserwirtschaftliche, ökologische und energetische Weiternutzung zu prüfen.

mehr lesen
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst

Der Altmarkkreis Salzwedel hat Ende Juli die Genehmigung für das geplante Restaurierungskonzept des Arendsees versagt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zugleich, woher ein wesentlicher Teil der Phosphorbelastung stammt und warum Fachleute sowohl eine Sanierung der Eintragsquellen als auch eine Reduzierung des Phosphors im See für erforderlich halten.

mehr lesen
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung

Die Hochsauerlandwasser GmbH erneuert im Zentrum von Bigge rund 530 Meter einer Trinkwasser-Hauptleitung aus den 1950er Jahren. Neben dem Alter der Leitung sind defekte Armaturen und die bisherige Überdimensionierung Gründe für die Sanierung. Insgesamt investiert der Versorger rund 280.000 Euro.

mehr lesen
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie

Die Magdalenenflut von 1342 galt lange als herausragendes Einzelereignis. Eine kürzlich veröffentlichte Studie rekonstruiert nun 16 überregionale Hochwasser zwischen 1341 und 1343 und zeigt, dass mehrere extreme Ereignisse in kurzer Folge auftraten. Die Ergebnisse sind auch für die heutige Bewertung von Hochwasserrisiken relevant.

mehr lesen
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit

Moore gelten meist als Sorgenkind des Klimaschutzes – degradiert und klimaschädlich. Eine neue internationale Studie zeigt jetzt die andere Seite: neun „Bright Spots“ aus aller Welt, in denen Wiedervernässung, Renaturierung und Paludikultur bereits heute erfolgreich Klima- und Naturschutz vereinen.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Ingenieurbüro Alwin Eppler GmbH & Co. KG

Thema: Wasseraufbereitung

Ihr vertrauensvoller Partner für innovative Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung – seit über 70 Jahren Expertise in Planung und Umsetzung maßgeschneiderter

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: