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Das blaugrüne Leben kehrt in die einst braune Emscher zurück

Nach Jahrzehnten der Verschmutzung und Renaturierung kehrt das Leben in die Emscher zurück: Seit der Öffnung der neuen Mündungsaue können Fische aus dem Rhein wieder in den Fluss ziehen. Die Emschergenossenschaft meldet einen erfolgreichen Wendepunkt: Nachdem die Emscher 2021 von Abwasser befreit wurde, ist der Fluss nun wieder Heimat für zahlreiche Fischarten und eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Der Emscher-Umbau, ein 30 Jahre dauerndes Generationenprojekt, hat der einst als „dreckigster Fluss Europas“ bekannten Emscher neues Leben eingehaucht.

von | 14.11.24

Die positive Entwicklung der Artenvielfalt ist insbesondere der neuen Emscher-Mündungsaue bei Dinslaken und Voerde zu verdanken. Seit der höhengleichen Anbindung der Emscher an den Rhein können Fische aus dem größeren Fluss nun auch in die Emscher schwimmen. Zuvor war das nicht möglich, denn die Emscher stürzte bis Ende 2022 knapp fünf Meter tief in den Rhein.
Quelle: Rupert Oberhäuser/EGLV

Die Emschergenossenschaft meldet einen bedeutenden Erfolg: Seit der Öffnung der neuen Mündungsaue in den Rhein kehren Fische aus dem Rhein in die Emscher zurück, die bis vor wenigen Jahren noch als biologisch tot galt.

„In den 1980er-Jahren galt die Emscher als der dreckigste Fluss Europas. Noch vor drei Jahren führte sie ungeklärtes Abwasser – und heute schwimmen wieder Flussbarsch, Rotfeder sowie der Dreistachlige und der Neunstachlige Stichling in der dank des Emscher-Umbaus wieder abwasserfreien und in weiten Teilen bereits renaturierten Emscher. In der grünsten Industrieregion ist eben alles möglich!“, sagt Dr. Frank Dudda, Vorsitzender des Genossenschaftsrates der Emschergenossenschaft und Oberbürgermeister von Herne.

Erfolgreiche Renaturierung und Wiederbesiedlung der Emscher

Die Abwasserfreiheit der Emscher wurde nach einem 30 Jahre dauernden Umgestaltungsprojekt Ende 2021 erreicht. In den drei Jahrzehnten davor wurden vier moderne Großkläranlagen (in Dortmund, Bottrop, Dinslaken und Duisburg) gebaut und über 430 Kilometer neue unterirdische Abwasserkanäle verlegt. Im November 2022 wurde die renaturierte Mündung der Emscher in den Rhein feierlich eröffnet. Von nun an fließt die Emscher nicht mehr, wie in den 73 Jahren zuvor, sechs Meter tief in den Rhein, sondern durch eine idyllische Auenlandschaft. Diese Umgestaltung ermöglicht es Fischen aus dem Rhein, die Emscher wieder zu besiedeln. Bei Befischungen an zwölf Messstellen im gesamten Emscher-Gebiet wurden im laufenden Jahr zahlreiche Fischarten entdeckt, darunter Schleie, Giebel, Gründling und Aland.

Auch die Artenvielfalt der Region hat sich deutlich positiv entwickelt. Im Rahmen eines großen Monitoring-Tages am 30. Juni wurden an der weitläufig renaturierten Emscher und am Suderwicher Bach 35 wasserlebende Tierarten, 270 Insektenarten sowie 310 Pflanzenarten nachgewiesen.

„Das blaugrüne Leben kehrt in die einst braune Emscher zurück“, resümiert Dudda.

Pionierarbeit im Wasser- und Umweltschutz

Neunstachliger Stichling © Bernd Stemmer/EGLV

In diesem Jahr feiert die Emschergenossenschaft ihr 125-jähriges Bestehen. 1899 als erster deutscher Wasserwirtschaftsverband gegründet, ist sie heute zusammen mit dem Lippeverband Deutschlands größter Betreiber von Kläranlagen und Pumpwerken. Ihr bekanntestes Projekt ist der Emscher-Umbau (1992-2021), bei dem eine moderne Abwasserinfrastruktur im Herzen des Ruhrgebiets aufgebaut wurde. Dabei wurden 436 Kilometer neue unterirdische Abwasserkanäle verlegt, vier Großkläranlagen gebaut und rund 340 Kilometer Gewässer renaturiert. Zudem entstanden über 130 Kilometer an Rad- und Fußwegen, die das „blaugrüne“ Leben an der Emscher erlebbar machen.

 

 

 

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