Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung unwirksam: BDEW nimmt Stellung

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat am 24. Oktober Stellung zum Nitrat-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) genommen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte diese am selben Tag für ungültig erklärt.

von | 29.10.25

Martin Weyand, Mitglied der BDEW-Hauptgeschäftsführung und Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser
©Thomas Imo Photothek/BDEW

„Nitrat-Urteil macht Notwendigkeit klarer Rechtsgrundlagen für den Grundwasserschutz deutlich“

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat die bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) für unwirksam erklärt. Damit stellte das Gericht fest, dass die Rechtsgrundlage für die Ausweisung von besonders belasteten Gebieten in Bayern nicht ausreichend bestimmt war. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht in der Entscheidung ein deutliches Signal für die Notwendigkeit klarer, rechtssicherer Regelungen zum Schutz des Grundwassers vor übermäßiger Nitratbelastung.

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, erklärt dazu:

„Das Urteil zeigt, wie wichtig es ist, dass die Vorgaben für die Ausweisung von sogenannten roten Gebieten mit hoher Nitratbelastung rechtlich klar geregelt werden. Nur so können wir den Eintrag von Nitraten aus der Landwirtschaft wirksam reduzieren und die Belastung des Grundwassers unter dem EU-Grenzwert von 50 mg pro Liter halten. Das Bundesverwaltungsrecht hat die Notwendigkeit zur Reduzierung von Nitrateinträgen nicht in Frage gestellt, sondern eine klare und nachvollziehbare Umsetzung eingefordert. Dazu gehört auch eine konsequente Bilanzierung von Nährstoffeinträgen und -austrägen in den Betrieben im Sinne einer transparenten Stoffstrombilanz. Mit rechtsklaren, nachhaltigen und überprüfbaren Maßnahmen lässt sich der Grundwasserschutz dauerhaft sichern – und teure technische Aufbereitungsverfahren können vermieden werden, wenn der Eintrag von Nitraten von vornherein reduziert wird.“

(Quelle: BDEW)

 


 

Zum Hintergrund

Hintergrund der Klage war die Frage, ob die Ausweisung der sogenannten „roten Gebiete“ mit hoher Nitratbelastung durch die bayerische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) rechtlich ausreichend und korrekt war. Die Kläger argumentierten, dass die rechtlichen Grundlagen für die Festlegung dieser Gebiete nicht klar genug und damit verfassungswidrig seien. Sie kritisierten insbesondere die unzureichende Bestimmtheit der gesetzlichen Regelungen, die für die Ausweisung der Gebiete genutzt wurden.

Ein zentrales Problem war, dass die AVDüV auf einer Verwaltungsvorschrift basierte und nicht auf einer konkreten gesetzlichen Norm. Damit sei die Ausweisung nicht ausreichend transparent und nachvollziehbar. Zudem forderten die Kläger eine präzisere und rechtsverbindliche Regelung, um eine wirksame Bekämpfung der Nitratbelastung im Grundwasser sicherzustellen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das die Unwirksamkeit der bayerischen Ausführungsverordnung feststellte, bestätigte die Ansicht der Kläger, dass klare, rechtssichere und überprüfbare Vorgaben für die Festlegung belasteter Gebiete notwendig sind, um den Grundwasserschutz effektiv zu gewährleisten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe
IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe

Die International Water Association (IWA) hat in Glasgow die Gewinner der Project Innovation Awards 2026 ausgezeichnet. Aus 320 Bewerbungen aus 65 Ländern wurden 23 Projekte prämiert. Den Hauptpreis erhielt ein chinesisches Vorhaben, das Abwasserreinigung, Wasserwiederverwendung und energetische Ressourcenrückgewinnung miteinander verbindet.

mehr lesen
Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion
Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion

Meer- und Brackwasser könnten künftig direkt für die Wasserstoffproduktion genutzt werden und damit den Bedarf an aufwendig aufbereitetem Wasser reduzieren. Im Projekt SeaEly haben Fraunhofer-Forschende untersucht, wie sich unterschiedliche Materialien und Membranen beim Einsatz von salzhaltigem Wasser in Elektrolyseuren verhalten.

mehr lesen
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei

Bei unterwasserarchäologischen Untersuchungen im Arendsee haben Forschende außergewöhnlich gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer entdeckt. Die Funde könnten von bislang unbekannten Konstruktionen aus der Mittelsteinzeit stammen und neue Erkenntnisse über die Lebensweise damaliger Jäger und Sammler liefern.

mehr lesen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen

Vom 3. bis 6. November 2026 bringt die Ecomondo in Rimini Unternehmen, Versorger, Forschung und Politik aus der Green, Blue und Circular Economy zusammen. Für die Wasserwirtschaft stehen unter anderem Wasser- und Abwasserbehandlung, resiliente Infrastrukturen, Digitalisierung, Wasserwiederverwendung und die europäische Wasserpolitik im Mittelpunkt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: