Amazon Web Services (AWS) hat zwei Projekte zur Wasserrückführung in Deutschland vorgestellt. Geplant sind eine Initiative zur Erkennung von Wasserlecks in Frankfurter Gebäuden sowie die Renaturierung von Feuchtgebieten im Spessartwald. Gemeinsam sollen die Projekte künftig jährlich mehr als 370 Millionen Liter Wasser zurückführen. Dafür arbeitet AWS mit dem Wassertechnologie-Unternehmen Shayp und dem Naturprojektentwickler EcoTree zusammen.
Die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erklärt: „Hessen ist eine Schlüsselregion für innovative sowie nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung, daher stärkt das Vorhaben von AWS auch Hessen als führenden Standort. Mit unserer regionalen Rechenzentrumsagenda wollen wir unseren Status als digitales Kraftzentrum in Europa festigen und ausbauen, indem wir Wachstum, Nachhaltigkeit und technologische Stärke miteinander verbinden.“
„Städte stehen vor zunehmenden Herausforderungen bei der Wasserversorgung. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, Wasser sorgfältig einzusetzen und innovative Lösungen zu unterstützen, damit jeder Liter zählt“, sagt Michael Hanisch, Head of Technology Deutschland bei AWS. „Die Projekte in Deutschland zeigen, wie Technologie und naturbasierte Lösungen helfen können, Wasser effizienter zu nutzen, Verluste zu reduzieren und diese lebenswichtige Ressource langfristig zu sichern.“
Leckageerkennung in 500 Gebäuden
Im Mittelpunkt des Frankfurter Projekts steht die frühzeitige Erkennung von Wasserlecks in Gebäuden. Amazon finanziert bis 2028 die Installation intelligenter IoT-Überwachungssysteme von Shayp in insgesamt 500 Gebäuden. Dazu zählen unter anderem Schulen, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen. Ziel ist es, Wasserverluste schneller zu erkennen und unnötige Verschwendung zu vermeiden. Die Sensoren sollen noch in diesem Jahr installiert werden und dauerhaft Daten zur Überwachung liefern. Die Cloud-Technologie auf Basis von AWS ermöglicht Echtzeit-Analysen und schnelle Reaktionen auf erkannte Lecks. Shayp arbeitet dabei mit der Gebäudemanagementgruppe WISAG zusammen, um geeignete Gebäude für das Projekt zu gewinnen.
Gregoire de Hemptinne, CEO von Shayp, erklärt: „Wir sind stolz, mit Amazon an diesem wegweisenden Projekt in Frankfurt zusammenzuarbeiten. Unsere AWS-gestützte Technologie wird der Stadt helfen, Wasserverschwendung um mehr als 320 Millionen Liter zu reduzieren. Das zeigt, wie Innovation drängende Umweltherausforderungen bewältigen kann.“
Renaturierung im Spessartwald
Parallel dazu setzt EcoTree ein Projekt zur Feuchtgebietsaktivierung und Renaturierung im Spessartwald bei Würzburg um. Auf rund 200 Hektar sollen Feuchtgebiete gestärkt und neue Feuchtlebensräume geschaffen werden. Durch gezielte Erdarbeiten soll Wasser länger in der Fläche gehalten und die Grundwasseranreicherung verbessert werden. Nach Abschluss Ende 2027 werden jährlich mehr als 57 Millionen Liter Wasser erwartet. Darüber hinaus soll das Projekt neue Lebensräume für bedrohte Arten schaffen, Mikroklimata stabilisieren und die Kohlenstoffspeicherung im Mischwald unterstützen. Gleichzeitig verweist EcoTree auf die Bedeutung solcher Maßnahmen angesichts zunehmender Dürren und Extremwetterereignisse.
Christian Bergius, Managing Director EcoTree Deutschland, erklärt: „Wir befinden uns in einer Ära der Wasserextreme: entweder zu viel, zu wenig oder oft zu stark verschmutzt. Das löst Dürren und Überschwemmungen aus und bedroht die Gemeinden, Ökosysteme und Unternehmen in ganz Deutschland direkt. Genau deshalb müssen wir die Wiederherstellung und Anpassung von Ökosystemen und ihrem hydrologischen Gleichgewicht beschleunigen. Wir freuen uns besonders über Amazons strategischen Beitrag zu diesem Leuchtturmprojekt.“
Die neuen Projekte sind Teil der weltweiten Wasserschutzmaßnahmen von Amazon. Nach Unternehmensangaben wurden bislang mehr als 50 Wasserprojekte angekündigt, die zusammen jährlich über 21 Milliarden Liter Wasser zurückführen sollen. Zusätzlich investiert Amazon weiter in CO2-freie Energieprojekte und Maßnahmen zur Klimaanpassung, darunter auch Miniwälder in Berlin.
Quelle:AWS







