Strukturwandel als Ausgangspunkt
Die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) wurde im Jahr 2001 von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) und der Gelsenwasser AG gegründet. Hintergrund war der deutlich gesunkene Wasserverbrauch im Ruhrgebiet infolge des Strukturwandels. Durch die Schließung vieler Betriebe aus Kohle-, Stahl- und Brauindustrie entstanden Überkapazitäten in den bestehenden Wasserwerken. Ziel der neuen Gesellschaft war es deshalb, die Trinkwasserproduktion effizienter zu organisieren und die vorhandenen Anlagen besser auszulasten.
Zum Start wurden acht Wasserwerke und rund 175 Mitarbeitende in der neuen Gesellschaft zusammengeführt. Aufgabe der WWW ist seitdem die Gewinnung, Aufbereitung und Förderung von Trinkwasser für die Gesellschafter. Im Laufe der Jahre wurde die Anzahl der Wasserwerke schrittweise reduziert. Mit der Stilllegung des Werks Villigst Ende vergangenen Jahres ist dieses Ziel nun erreicht. Heute sichern fünf modernisierte Wasserwerke mit weitergehender Aufbereitungstechnik die Versorgung großer Teile Westfalens.
Fokus auf Klimawandel und Versorgungssicherheit
Der Klimawandel gehört zu den zentralen Herausforderungen für die WWW. Besonders die trockenen und heißen Jahre zwischen 2018 und 2020 machten deutlich, dass neue Strategien für Niedrigwasserphasen notwendig sind. Gemeinsam mit weiteren Wasserwerken entlang der Ruhr setzte sich die WWW deshalb für eine Anpassung der gesetzlichen Regelungen zur Wasserbewirtschaftung ein. Seit 2025 kann der Ruhrverband flexibler auf Trockenperioden reagieren und die Wasserabgabe aus den Talsperren vorausschauender steuern.
Gleichzeitig rückte auch das Thema Hochwasserschutz stärker in den Fokus. Das Jahrhunderthochwasser im Sommer 2021 verursachte erhebliche Schäden an Wassergewinnungsanlagen und Wehren entlang der Ruhr. Trotz der extremen Wetterlage blieb die Trinkwasserversorgung jederzeit stabil. Seitdem investiert die WWW verstärkt in die Anpassung der Infrastruktur an höhere Pegelstände und häufigere Extremwetterereignisse.
Ausbau regenerativer Energien
Neben der Trinkwasserproduktion setzt die WWW zunehmend auf regenerative Energiegewinnung. Bereits heute erzeugt das Unternehmen mit Wasserkraft-, Photovoltaik- und Windkraftanlagen einen großen Teil des benötigten Stroms selbst. Neue Photovoltaikanlagen auf den Dächern der weitergehenden Aufbereitungsanlagen sowie zusätzliche Freiflächenanlagen sollen die Eigenstromversorgung weiter erhöhen.
Ergänzend dazu bezieht die WWW seit Anfang des Jahres zusätzlichen Grünstrom aus regionalen Windkraftanlagen über sogenannte Power-Purchase-Verträge. Die Nutzung regenerativer Energien verbessert nicht nur die CO₂-Bilanz der Trinkwasserproduktion, sondern stärkt auch die Versorgungssicherheit bei möglichen Stromausfällen. Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigte sich zuletzt im Wasserwerk Echthausen, das mehrere längere Stromausfälle ohne Einschränkungen der Versorgung überbrücken konnte.
Zukunftssichere Infrastruktur und resiliente Systeme
Neben technischen Investitionen spielen auch Digitalisierung, Sicherheitsmaßnahmen und Personalentwicklung eine wichtige Rolle für die Zukunft des Unternehmens. Dazu gehören unter anderem Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe, moderne Sicherheitskonzepte für die Anlagen sowie die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden.
Darüber hinaus arbeitet die WWW gemeinsam mit ihren Gesellschaftern am weiteren Ausbau regionaler Versorgungsverbünde. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung langfristig zuverlässig, effizient und qualitativ hochwertig sicherzustellen – auch unter sich verändernden klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen.











