Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

2,4 Mio. Euro für PFAS-Technologie

Das Deeptech-Unternehmen Porelio hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 2,4 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital will das Start-up seine Technologie zur Entfernung von PFAS aus Wasser sowie zur Rückgewinnung von Edelmetallen aus Industrieströmen im industriellen Maßstab skalieren. Die Lösung wurde bereits in mehreren Pilotprojekten erfolgreich getestet.

von | 07.07.26

Javier Silva Mora, CTO & Co-founder, Nikol Michailidou, CPO & Co-founder, Dr. Rhea Machado, CEO & Co-founder
Quelle: Porelio

Das 2025 gegründete Deeptech-Unternehmen Porelio hat eine überzeichnete Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,4 Mio. Euro abgeschlossen. Das Kapital soll in die industrielle Skalierung von Hightech-Materialien fließen, die sowohl zur Rückgewinnung von Edelmetallen aus Industrieströmen als auch zur Entfernung von PFAS aus Wasser eingesetzt werden.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Faber aus Portugal. Beteiligt sind außerdem Polytechnique Ventures aus Frankreich, Grupo Tecnológica aus Spanien sowie better ventures aus Deutschland. Über better ventures investieren zudem die Business Angels Henning Emmrich, Robert Levenhagen, Michal Bartmanski und Thomas Gottheil. Zuvor hatte das Unternehmen bereits 2,5 Mio. Euro an öffentlichen Fördermitteln für die Entwicklung seiner Technologie erhalten.

Edelmetalle zurückgewinnen und PFAS entfernen

Industrie- und Kommunalabwässer enthalten sowohl wertvolle Edelmetalle wie Platin, Gold, Silber, Palladium und Rhodium als auch langlebige Schadstoffe wie PFAS. Während Edelmetalle wirtschaftlich zurückgewonnen werden können, müssen PFAS zuverlässig aus dem Wasser entfernt werden.

Nach Angaben des Unternehmens stoßen herkömmliche Verfahren wie Aktivkohle oder Ionenaustauscherharze dabei an Grenzen. Sie könnten Edelmetalle nicht gezielt zurückgewinnen und würden einen Teil der PFAS im Wasser belassen.

Technologie für den industriellen Einsatz

Die Technologie von Porelio basiert auf funktionalisierten geordneten mesoporösen Silicamaterialien (FOMS), die gezielt bestimmte Moleküle binden und andere Bestandteile des Stoffstroms passieren lassen. Die patentierte Innovation besteht in einem kontinuierlichen Herstellungsverfahren, mit dem sich diese Materialien erstmals im industriellen Maßstab produzieren lassen.

Nach Unternehmensangaben arbeitet das Verfahren unter nachhaltigeren Bedingungen und ist rund 30-mal schneller als herkömmliche Produktionsmethoden. Zudem lassen sich die Materialien regenerieren, was eine kosteneffizientere Aufbereitung von Wasser und Industrieströmen ermöglichen soll.

Porelio adressiert damit zwei wachsende Märkte. Im Bereich der Metallrückgewinnung konnte das Unternehmen nachweisen, dass seine Technologie Palladium etwa sechsmal schneller aufnimmt als eine Standard-Adsorptionstechnologie. Im Bereich der PFAS-Entfernung entfernte sie unter realen Bedingungen nahezu die Hälfte der im Wasser enthaltenen Trifluoressigsäure (TFA) und nahm innerhalb von fünf Minuten fast sechsmal mehr TFA auf als kommerzielle Aktivkohle im gleichen Test.

Fokus auf industrielle Skalierung

Mit der Finanzierung will das neunköpfige Unternehmen seine Produktion von einem Pilotmaßstab von Kilogramm pro Tag auf einen industriellen Maßstab von Tonnen pro Jahr ausbauen. Nach mehreren erfolgreichen Proof-of-Concept-Projekten in Europa liegt der Schwerpunkt nun darauf, industrielle Kooperationen in kommerzielle Partnerschaften zu überführen.

„Diese Chemie lag dreißig Jahre lang auf Laborbänken. Jeder konnte ihr Potenzial erkennen; niemand hatte sie im entscheidenden Maßstab hergestellt. Ein Material, das im Grammbereich funktioniert, kann weder eine kontaminierte Wasserversorgung reinigen noch das in einem Industriestrom verlorene Metall zurückgewinnen. Wir haben das Skalierungsproblem gelöst, sodass es diese Arbeit endlich leisten kann,“ erklärt Dr. Rhea Machado, CEO und Mitgründerin von Porelio.

„Porelio adressiert einen äußerst relevanten Bedarf, indem es Unternehmen ermöglicht, kritische Metalle zurückzugewinnen und komplexe Industrieströme erheblich effizienter zu behandeln. Die Plattformtechnologie hat ein breites Potenzial in mehreren Sektoren. Wir sind stolz darauf, das Team auf seinem Weg von industriellen Proof-of-Concepts zum kommerziellen Roll-out zu unterstützen“, sagt Rita Sousa, Partnerin bei Faber.

„Die Wasserqualität ist zu einer großen gesellschaftlichen Herausforderung geworden, und die Beseitigung persistenter Schadstoffe ist heute eine dringende Umwelt- und öffentliche Gesundheitsfrage. Die Technologie von Porelio bietet eine wirksame, nachhaltige Lösung für diese Herausforderung im industriellen Maßstab. Wir freuen uns, das Team bei der Verwirklichung seiner europäischen Ambitionen zu unterstützen“, sagt Cécile Tharaud, Gründungspartnerin bei Polytechnique Ventures.


Quelle:  Porelio

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Auszeichnung für herausragende Projekte im Wasserbau
Auszeichnung für herausragende Projekte im Wasserbau

Der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) führt einen Deutschen Wasserbaupreis ein. Ausgezeichnet werden künftig herausragende Ingenieurleistungen, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und technischen Fortschritt im Wasserbau und in der Wasserwirtschaft verbinden. Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen des BWK-Bundeskongresses vergeben.

mehr lesen
Aqua Urbanica 2026 in Kaiserslautern
Aqua Urbanica 2026 in Kaiserslautern

Vom 21. bis 23. September 2026 bringt die Aqua Urbanica in Kaiserslautern Fachleute aus Wissenschaft, Planung und Praxis zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen rund um die Stadtentwässerung, die Regenwasserbewirtschaftung sowie der Einsatz realer Messdaten zur Weiterentwicklung hydrologischer Modelle.

mehr lesen
BUND-Recherche zeigt Defizite beim Hochwasserschutz
BUND-Recherche zeigt Defizite beim Hochwasserschutz

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weiterhin erhebliche Defizite beim Hochwasserschutz. Eine neue Recherche zeigt, dass Flüsse in Deutschland große Teile ihrer natürlichen Überschwemmungsflächen verloren haben und der Schwerpunkt der Investitionen nach wie vor auf technischen Schutzmaßnahmen liegt. Aus Sicht des BUND sind deutlich mehr Investitionen in die Wiederherstellung von Auen, Deichrückverlegungen und andere naturbasierte Lösungen erforderlich, um Hochwasserrisiken und die Folgen des Klimawandels wirksam zu begrenzen.

mehr lesen
OOWV treibt Ausbau der Infrastruktur weiter voran
OOWV treibt Ausbau der Infrastruktur weiter voran

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat 2025 insgesamt 165 Millionen Euro in die Wasserver- und Abwasserinfrastruktur investiert – mehr als im Vorjahr. Mit dem Ausbau von Wasserwerken, Leitungen und Kläranlagen reagiert der Verband auf den steigenden Wasserbedarf, den Klimawandel und wachsende Anforderungen an eine sichere Versorgung.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG

Thema: Wasserstress

Regenwasser-Behandlung, -Versickerung,

ENREGIS GmbH

Thema: Wasserstress

ENREGIS ist ein ausgesprochen dynamisches Unternehmen mit fachlich versierten und erfahrenen Mitarbeitern aus dem Segment des Regenwasser-Managements, der Entwässerungstechnik sowie der ökologischen regenerativen Wärmetechnik und der dazu gehörenden Dienstleistungen. Im Vertrieb und in der Beratung

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03