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Abwasserreinigung in Wien erzeugt künftig Energieüberschuss

Nach fast fünf Jahren Bauzeit nähert sich das Projekt „E_OS – Energie_Optimierung Schlammbehandlung“ der ebswien hauptkläranlage der Fertigstellung: Wiens Hauptkläranlage gewinnt bald mehr Energie aus Klärgas als sie zur Abwasserreinigung benötigt.

von | 21.01.20

Die Hauptkläranlage reinigt die gesamten kommunalen Abwässers von Wien (Foto: ebswien hauptkläranlage).

Das gesamte Projekt bestand in der Reinvestition in die Becken der Vorklärung und der 1. biologischen Reinigungsstufe, der sich die Neuerrichtung einer Schlammbehandlungsanlage anschloss. Der Bau erfolgte bei laufendem Betrieb der Kläranlage – eine logistische Herausforderung. Schon mit der Erneuerung der „Ur-Anlage“ (Vorklärung und biologische Reinigungsstufe), die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hatte, konnten die Energieeffizienz und die Ausfallsicherheit erhöht und die Instandhaltungskosten gesenkt werden.
Die Schlammbehandlung soll Mitte 2020 in Betrieb gehen. Durch den Einsatz von modernen Technologien wird die Abwasserreinigung, die in manchen Städten einen der größten kommunalen Energieverbraucher darstellt, energieautark und erzeugt obendrein noch Strom und Wärme für andere Verbraucher. Die Betreiber gehen davon aus, dass die Kläranlage nach dem ersten vollen Betriebsjahr 78 Gwh/a Strom und 82 GWh/a Wärme erzeugt bei einem Eigenverbrauch von 63 GWh/a Strom und 40 GWh/a Wärme.

Funktionsweise der Schlammbehandlungsanlage

Das Schlammbehandlungsverfahren, das das Unternehmen ebswien hauptkläranlage gemeinsam mit dem Institut für Gewässergüte der technischen Universität Wien entwickelt hat, hatte die größtmögliche Energieausbeute zum Ziel. Kern des Verfahrens ist eine Entwässerung des Klärschlamms vor dem Eintritt in den Faulbehälter derart, dass der Faulbehälter mit einem doppelt so hohen Feststoffgehalt wie sonst betrieben wird. Dadurch wurden Investitionskosten für die Faulbehälter gespart, zudem wird zukünftig der Energieaufwand zur Erwärmung des Schlamms verringert. Der entwässerte Klärschlamm tritt mit einer Temperatur von 38 °C in die sechs jeweils 30 Meter hohen Faulbehälter ein, wo er 25 Tage verweilt. Insgesamt entstehen so 20 Mio. m3/a Klärgas mit einem Methananteil von etwa zwei Dritteln.
Dieses Gas gelangt über Filteranlagen von den Gasbehältern in Blockheizkraftwerke, wo es in Gasmotoren verbrannt wird. Dabei entsteht nicht nur mechanische Energie, die mittels Generatoren in elektrischen Strom umgewandelt wird, sondern auch Wärme, die für Heizung und Warmwasserbereitung verwendet werden kann. Dadurch bringen es die Blockheizkraftwerke auf einen hohen Gesamtwirkungsgrad von mehr als 80 %.
Die Baumaßnahmen und die einzelnen Prozessschritte der Abwasserreinigung und Schlammbehandlung werden in einem Video erläutert.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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