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Wittener Forscher helfen bei nachhaltiger Wasserversorgung in Südindien

Wasserexperten des Instituts für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke haben jetzt eine Inspektionsreise nach Tiruvannamalai in der Nähe von Chennai in Südindien abgeschlossen.

von | 17.03.16

Ihr Ergebnis: Die Mess-Stationen haben die Folgen des katastrophalen Jahrhunderthochwassers im Dezember 2015 gut überstanden, über das in den deutschen Medien kaum berichtet wurde. Obwohl Teile des Messequipments über zwei Monate mit Schmutzwasser überflutet waren und nach der Flut mit angeschwemmten Müll und Gestein bedeckt waren, haben sich die für das Forschungsprojekt ausgewählte Technik und getroffenen Sicherheitsmaßnahmen bewährt. Es kam zu keinen Ausfällen der Messtechnik – trotz der zugespitzten Bedingungen vor Ort.
Die Wittener Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Ulrich Rudolph arbeiten mit deutschen und indischen Partnern im Bundesstaat Tamil Nadu daran, die Wasserversorgung zu verbessern. „Weit mehr als die Hälfte des Wassers verschwindet dort einfach aus den Leitungen – undichte Stellen, Wasserdiebstahl – es gibt viele Gründe dafür. Die zu bekämpfen ist viel wirkungsvoller als neue Talsperren oder Entsalzungsanlagen zu bauen“, erklärt Prof. Rudolph den Hauptaspekt des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes „Water losses in urban environment“ (WaLUE).

Die Wittener Wasserexperten zielen auch auf eine robuste finanzielle Basis der Wasserversorgung

„Es gibt in den großen Städten Indiens und anderer Schwellenländer schon große Erfolge. Mit dem WaLUE-Projekt möchten wir diese Fortschritte auch in kleinere Städte bringen, also quasi ‚aufs Land‘“, ordnet Prof. Rudolph die Bemühungen ein. „Wie müssen wir die Steuerungssysteme für die Pumpen, den Druck und das ganze Netzmanagement anpassen? Wie können wir den häufigen Totalausfall des Wassernetzes stabilisieren? Welche Geräte und welche Software bewähren sich, wenn es darum geht, Lecks zu orten? Das sind unsere Forschungsfragen und natürlich auch die Sorgen der Menschen dort.“
Denn die Wittener Wasserexperten wollen neben der reinen Technik auch eine robuste finanzielle Basis für die Wasserversorgung einführen und arbeiten dafür eng mit der deutschen Entwicklungsbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zusammen. 
Dazu muss man den dauerhaften Betrieb und eine qualifizierte Wartung durch lokale Handwerker und Techniker ermöglichen. „Wir wollen die Lebenssituation der Menschen dauerhaft verbessern. Das geht aber nur, wenn internationale und örtliche Banken die Wasserversorgung finanziell nachhaltig absichern können, und dazu muss man auch Fingerspitzengefühl bei der Preisgestaltung, also den Wassertarifen, entwickeln. Und eines wissen wir alle: Geld wollen wir alle nur für etwas zahlen, das auch sicher funktioniert.

Die Brücke zwischen Forschung und Praxis als Ziel

Wenn die Wassernetze repariert und organisiert sind und auch in Indien besser funktionieren, ist nicht nur den Menschen geholfen: Es werden auch weniger Chemikalien für die Wasseraufbereitung benötigt und energieeffiziente Pumpen tragen zum Klimaschutz bei. Nach erfolgreicher Testphase in Tiruvannamalai soll das WaLUE Konzept in weiteren ähnlich großen Städten in Indien und anderen Schwellenländern nachgebaut werden.
Noch während der Laufzeit des Projektes gelang es, Forschung und Praxis miteinander zu verbinden – etwas, was nicht nur in Deutschland oft die Barriere für eine Verbreitung und Implementierung der geleisteten Forschungsarbeit darstellt und in Ländern wie Indien als eine der größten Herausforderungen gilt: Aus dem Vorhaben WaLUE entstand die IGAWE Allianz.
IGAWE (Indian-German Allianz for Water Efficiency) ist eine Plattform von WaLUE-Partnern und anderen in ihrem Gebiet führenden deutschen Unternehmen, die gemeinsam in Indien wassertechnische Produkte und Dienstleistungen vermarkten wollen.
Weitere Informationen zu diesem Projekt finden sich über folgende Link.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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