Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

BDEW fordert Arzneimittelstrategie

Zum Auftakt der 16. Wasserwirtschaftlichen Jahrestagung in Berlin stellte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, Forderungen der Branche zur Bundestagswahl vor.

von | 11.09.17

Die Branche trifft sich in Berlin: Die 16. Wasserwirtschaftliche Jahrestagung des BDEW hat die aktuellen Themen auf ihrer Agenda.

„In Deutschland steigt der Medikamentenkonsum rasant an: Bis 2045 könnte der Arzneimittelverbrauch aufgrund des demografischen Wandels um bis zu 70 Prozent ansteigen. Hinzu kommt der wachsende Arzneimitteleinsatz in der Landwirtschaft. Damit droht eine immense Belastung unserer Gewässer mit Medikamentenrückständen, die wir dringend abwenden müssen. Nach der Bundestagswahl muss die neue Bundesregierung schnell handeln und eine Arzneimittelstrategie umsetzen, die das Übel an der Wurzel packt und die zunehmende Gewässerverschmutzung eindämmt", forderte Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, am 11. September zum Auftakt der 16. Wasserwirtschaftlichen Jahrestagung in Berlin. Dabei bezog er sich auf Ergebnisse einer aktuellen Studie, die civity im Auftrag des BDEW durchgeführt hat.

Verursacher in den Blick nehmen

Die Umweltpolitik müsse zudem die Verursacher stärker in den Blick nehmen. Hierzu Weyand: „Wer zur Verschmutzung der Gewässer beiträgt, muss auch die Kosten für den erhöhten Reinigungsaufwand tragen. Es kann nicht sein, dass die Wasserwerke und Abwasserentsorger zu Reparaturbetrieben unserer Gesellschaft werden und dafür auch noch die Kosten tragen.“ Die Arzneimittelstrategie sollte ein breites Bündel an Maßnahmen beinhalten, die auf allen Ebenen der Gesellschaft ansetzen. Der BDEW fordert, dass

  1. die Arzneimittelhersteller verpflichtet werden, die Entwicklung zielgenauer und biologisch abbaubarer Arzneimittel voranzutreiben und auf den Medikamentenverpackungen einen Hinweis für die adäquate Entsorgung zu platzieren.
  2. die verantwortlichen Stellen bei der Zulassung verstärkt auf die Umweltverträglichkeit der Medikamente achten.
  3. Ärzte nur noch Packungsgrößen verschreiben, die dem tatsächlichen Bedarf des Patienten entsprechen und Apotheken bundesweit verpflichtet werden, Altmedikamente zurückzunehmen.
  4. Verbraucher ihre Altmedikamente sachgerecht entsorgen: Wenn möglich in der Apotheke, ansonsten über den Haus- oder Sondermüll.
  5. die Veterinärmedizin den Einsatz von Medikamenten auf das nötige Mindestmaß begrenzt.

Nitrat: Trendwende noch nicht erreicht

Weyand nahm zudem das Problem der steigenden Nitratverschmutzung des Grundwassers in den Blick: „Die Verordnung zur Stoffstrombilanz, die der Bundesrat in der kommenden Woche verabschieden will, reicht für eine Trendwende nicht aus. Überall dort, wo der Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter überschritten wird, muss es einen Düngestopp geben. Die Verordnung enthält zudem zahlreiche Ausnahmen, die die Wirksamkeit des neuen Düngerechts in Frage stellen.“ Weyand verwies auf die Petition, die der BDEW gemeinsam mit neun Umweltverbänden und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di initiiert hat. „Dieses breite Bündnis von Wasserwirtschaft, Umweltverbänden und ver.di sollte der Landwirtschaft zu denken geben: Wir brauchen endlich ein konsequentes Düngerecht, das die Probleme auch wirklich löst“, so Weyand. 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Preisträger der KUMAS Leitprojekte 2025 ausgezeichnet
Preisträger der KUMAS Leitprojekte 2025 ausgezeichnet

Das KUMAS UMWELTNETZWERK hat die Preisträger seiner Leitprojekte 2025 bekannt gegeben. Drei Projekte, die mit innovativen Ansätzen zur Förderung von Umwelt- und Ressourcenschutz beitragen, erhalten in diesem Jahr die Auszeichnung „Offizielles Leitprojekt des KUMAS UMWELTNETZWERKS“.

mehr lesen
PFAS-Verursacherprinzip: Verbände fordern konsequente Umsetzung
PFAS-Verursacherprinzip: Verbände fordern konsequente Umsetzung

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) „fordern von der EU-Kommission mehr Verantwortung für Hersteller zur Eindämmung von PFAS-Einträgen ins Wasser“. Sie fordern „einen strukturierten Prozess mit allen relevanten Akteuren einzuleiten, um das Verursacherprinzip konsequent umzusetzen“.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Weber-Ingenieure GmbH

Themen: Abwasserbehandlung | Netze

Abwasserbehandlung, Baumanagement, Infrastruktur und Stadtentwässerung, Ingenieurbau, Konversion und Abfall, Technische Ausrüstung, Wasserbau,

SUMA Rührtechnik GmbH

Thema: Abwasserbehandlung

Seit 1957 entwickelt und produziert SUMA Rührwerke für eine Vielzahl von Anwendungen und Branchen. Aufbauend auf unseren Wurzeln im Agrarsektor haben wir uns zu einem Anbieter von Rührtechnik für den Wasser- und Abwasserbereich, Biogas und viele weitere Industriebereiche entwickelt. In den

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03