gwf Wasser | Abwasser gwf Wasser/Abwasser 09 2026

Diese Ausgabe verbindet zwei Schlüsselthemen der Wasserwirtschaft: moderne Filtrations- und Separationstechnologien treffen auf resiliente Infrastruktur und intelligente Leitungsnetze. Von der Membran bis zur Fernüberwachung ist alles dabei. Entdecken Sie, wie Innovationen im Kleinen die Systeme im Großen zukunftsfest machen.
Die Ausgabe erscheint am 23.09.2026.
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Unsere Top-Themen

Lange Trockenperioden und Niedrigwasser mit negativen Rekord Pegelständen wie in diesem Sommer erhöhen den Druck auf die Wasserwirtschaft, zusätzliche Ressourcen zu erschließen. Eine Möglichkeit ist die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser. Welche Rolle Membranverfahren dabei spielen, wie weit die Technik inzwischen entwickelt ist und wo ihre Grenzen liegen, erläutert Prof. Dr. Thomas Wintgens von der RWTH Aachen im Interview.
Fokus-Themen:
Betrieb und Instandhaltung von Netzen
- Rohre, Schächte, Sonderbauwerke
- Kanalbautechnik
- Grabenloser Leitungsbau
- Instandhaltung und Sanierung
- Rohr- und Kanalreinigung
- Inspektionstechniken für Rohre und Kanäle
- Hausanschlüsse
- Netzmonitoring, Leckortung
- Zielnetzplanung
- Störfallmanagement
Filtration und Separation
- Filtermedien und -apparate
- Verfahrenstechnik zur Wasser- und Abwasseraufbereitung
- Membrantechnik
- Recycling von Abwasser
- Wasseraufbereitung für die Wasserstoffproduktion
u.v.m.
Fachberichte
Fachbericht: Der Klimawandel wartet nicht
Autoren: PD Dr. Thomas Kluge
Der Klimawandel, steigende Bevölkerungszahlen und konkurrierende Nutzungsansprüche erhöhen den Druck auf die Wasserressourcen deutscher Metropolregionen. Insbesondere Grundwasservorkommen stoßen in Trockenperioden zunehmend an ökologische und mengenmäßige Grenzen. Der Beitrag diskutiert am Beispiel der Metropolregion Rhein-Main, wie die Trinkwasserversorgung von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum entkoppelt werden kann. Im Mittelpunkt steht der Übergang von einem angebotsorientierten Supply Side Management zu einem nachfrageorientierten Wassermanagement. Dafür werden Einspar- und Substitutionspotenziale durch Betriebswasser, Regenwasser und Wasserwiederverwendung betrachtet. Einen besonderen Ansatzpunkt bietet die kommunale Wärmeplanung: Die anstehende Transformation der Energieinfrastruktur könnte mit dem Aufbau von Betriebswasserstrukturen gekoppelt werden. Der Beitrag plädiert für eine integrierte, teilregionale Planung von Wasser- und Energieinfrastrukturen, die zugleich den Schutz von Grundwasserressourcen und Feuchtgebieten berücksichtigt.
Fachbericht: Der Vorsprung im Vorfeld
Autor: Heiko Schnitzler
Die deutsche Wasser- und Abwasserwirtschaft steht vor hohen Investitionen in Substanzerhalt, Versorgungssicherheit und Klimaanpassung. Viele Projekte werden jedoch erst als Ausschreibung wahrgenommen, obwohl ihre fachlichen, finanziellen und politischen Vorstufen lange zuvor in kommunalen Dokumenten sichtbar werden. Der Beitrag zeigt, wie Wasserversorgungskonzepte, Abwasserbeseitigungskonzepte, Starkregen- und Schwammstadt-Unterlagen, Haushaltsansätze und Gremienbeschlüsse als Frühindikatoren für entstehende Projektpfade genutzt werden können.
Fachbericht: Wirksamer Grundwasserschutz mit (semi)-doppelwandigen Rohrleitungen aus PE 100
Autor: Jochen Obermayer
Der Schutz von Boden und Grundwasser vor wassergefährdenden Stoffen gewinnt angesichts der rechtlichen Anforderungen aus WHG und AwSV sowie deren technischer Konkretisierung durch die DWA-A 142 zunehmend an Bedeutung, insbesondere beim Bau und Betrieb von Abwasserleitungen in Wassergewinnungs- und Wasserschutzgebieten. Doppelwandige und semidoppelwandige Rohrsysteme aus PE 100 bzw. PE 100 RC ermöglichen durch eine kontinuierliche Lecküberwachung den frühzeitigen Nachweis von Undichtigkeiten und reduzieren so das Risiko von Gewässerverunreinigungen erheblich. Der Beitrag stellt die gesetzlichen und technischen Grundlagen der DWA-A 142 vor und beschreibt marktverfügbare Doppelrohrsysteme wie Poly-Flo, Agrusafe und PKS®-Secutec hinsichtlich Aufbau, Dimensionierung und Zulassung. Anhand von drei Praxisbeispielen – der Abwasserableitung im Naturschutzgebiet am Ochsenkopf, dem Ersatzneubau einer Abwasserdruckleitung in Leingarten sowie dem Ersatzneubau eines Abwasserkanals in Oberlengenhardt – werden Planung, Materialauswahl, Schweißtechnik und Lecküberwachung praxisnah erläutert. Die Beispiele zeigen, dass sich mit modernen PE 100-Werkstoffen und fachgerechter Verarbeitung ein dauerhafter, normgerechter Gewässerschutz auch unter anspruchsvollen geländebedingten und wasserrechtlichen Rahmenbedingungen realisieren lässt.
