gwf Wasser | Abwasser gwf Wasser/Abwasser 06/2026

Die Städte der Zukunft speichern Regen statt ihn abzuleiten, schaffen Schatten statt Hitze -Inseln und verbinden Wasserflächen mit Grünräumen. So entstehen Quartiere, die widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen sind – und zugleich lebenswerter für die Menschen. Wasser wird nicht länger nur technisch kontrolliert, sondern als Ressource genutzt – zur Kühlung, zur Speicherung, für Biodiversität und attraktive öffentliche Räume. Blau-grüne Infrastrukturen, entsiegelte Flächen und begrünte Dächer zeigen, wie klimaangepasste Städte bereits heute Gestalt annehmen.
Die Ausgabe erscheint am 22.06.2026
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Unsere Top-Themen

Mit der RegenInfraStrukturAnpassung – kurz RISA – verfolgen Hamburg Wasser und die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft einen ganzheitlichen Ansatz für den Umgang mit Regenwasser, Klimaanpassung und blau-grüner Infrastruktur. Doch wie gelingt die Umsetzung in einer dicht bebauten Metropole mit konkurrierenden Flächenansprüchen? Welche Rolle spielen Multifunktionalität, Bürgerbeteiligung und neue Planungsansätze? Und wo liegen die größten Herausforderungen? Sonja Schlipf, Vertreterin von Hamburg Wasser in der RISA-Leitstelle, spricht im Interview über den langen Weg zur klimaangepassten Stadt und die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit.
Fokus-Themen:
Wasser im Quartier / wassersensitive Stadtplanung
- Wasser in der Stadt: Starkregen, Stadtkühlung, Wassermangel
- Dach- und Gebäudebegrünung
- Regenwasser: Speicherung, Versickerung,Behandlung, Nutzung
- Entwässerungssysteme: Misch- und Trennkanalisation, Stauraumsysteme
- Trinkwasseranlagenschutz
- Software: Simulation, Prognosen, Planung
Wassermanagement
- Wasserdargebot für Landwirtschaft, Industrie und Kommunen
- Wasserrecht
- Talsperrenmanagement
u.v.m.
Fachberichte
Fachbericht: Wasser im Quartier: Zwischen Klimaanpassung, Gesundheit und Hygiene
Autoren: Christiane Schreiber, Bernd Krumrey
Die zunehmende Integration von Wasser in urbane Quartiere gilt als Schlüssel der Klimaanpassung: Sie kann Hitze mindern, Aufenthaltsqualität erhöhen und das Schwammstadt-Prinzip praktisch erfahrbar machen. Wasserbezogene Stadtentwicklung darf allerdings nicht allein hydraulisch oder gestalterisch gedacht werden. Gerade bei Wasserspielen, Vernebelungsanlagen, Regenwassernutzung und multifunktionalen Retentionsflächen entstehen hygienische, gesundheitliche und rechtliche Anforderungen, die frühzeitig berücksichtigt werden müssen. Wassersensitive Stadtentwicklung braucht daher eine enge Verzahnung von Siedlungswasserwirtschaft, Stadtplanung, Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Fachbericht: Wo stehen die Kommunen bei der Klimawandelanpassung?
Autoren: Thomas Friedrich, Antje Otto, Immanuel Stieß, Stefan Löchtefeld, Bianca Wutzler, Verena Rossow, Lukas Drees, Annegret Thieken, Annika Walkenhorst, Lukas Kauls, Martina Winker
Das Forschungsprojekt untersuchte, wie weit Kommunen bei der Klimawandelanpassung sind, welche Faktoren Fortschritte begünstigen oder hemmen und wie diese sichtbar gemacht werden können. Zentrale Ergebnisse waren eine bundesweite Kommunalbefragung, eine Literaturstudie zu Gelingensbedingungen, der Anpassungsscanner als Selbst bewertungsinstrument sowie eine Fachkonferenz zur Fortschrittserfassung. Die Ergebnisse zeigen, dass Kommunen vor allem durch rechtliche Unsicherheiten, begrenzte Ressourcen, fehlende Daten, mangelnde Kooperation und administrative Fragmentierung gehemmt werden. Besonders kleine und mittlere Kommunen benötigen praxisnahe Hilfen, klare Leitbilder und übertragbare Beispiele. Bund, Länder und Landkreise sollten ihre Unterstützungsrollen besser ab stimmen. Der Anpassungsscanner hilft Kommunen eigene Aktivitäten, Stärken, Lücken und Entwicklungspotenziale strukturiert zu reflektieren. Insgesamt wird Klimawandelanpassung als dauerhafte Governance und Organisationsaufgabe verstanden, die Kooperation, Lernen und verlässliche Strukturen erfordert.
Fachbericht: Städte im Starkregen – Wege zu mehr Resilienz
Zusammenfassung des Diskussionspapiers des Deutschen Städtetages – beschlossen vom Präsidium am 22. Januar 2026 in Dresden
Das Diskussionspapier des Deutschen Städtetages „Smarte Schwammstadt und modernes Starkregenmanagement: wie Städte klimaresilienter werden“ zeigt, dass Starkregenmanagement zu einer zentralen Daueraufgabe kommunaler Klimaanpassung geworden ist. Starkregenereignisse nehmen zu, verursachen hohe Schäden und treffen Städte auch fernab klassischer Überschwemmungsgebiete. Gefordert wird ein flächendeckendes, rechtssicheres und finanziell abgesichertes Starkregenrisikomanagement mit Gefahren- und Risikoanalysen, digitalen Daten, KI-gestützten Prognosen und Starkregengefahrenkarten. Zugleich habt das Diskussionspapier die Verantwortung von Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern für Objektschutz und Eigenvorsorge sowie die Bedeutung einer Elementarschadenversicherung hervor. Als Leitbild dient die wassersensible Schwammstadt: Entsiegelung, Begrünung, dezentrale Rückhaltung, Versickerung, multifunktionale Flächen und Regenwassernutzung sollen Überflutungen mindern und Hitzevorsorge stärken. Ergänzend braucht es technische Schutzmaßnahmen, Notwasserwege, leistungsfähige Warnsysteme und eine bessere Verzahnung von Starkregen-, Hochwasser- und Katastrophenschutz. Bund und Länder sollen Kommunen dauerhaft, planbar und unbürokratisch finanzieren.
Fachbericht: Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Jahr 2025, Teil 3
Autoren: Harald Horn, Frederik Scheiff, Dimosthenis Trimis, Reinhard Rauch, Oliver Stein, Moritz Wolf
Dieser jährlich erscheinende Bericht gibt einen Überblick über die Entwicklungen und Aktivitäten am Engler-Bunte- Institut, der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des KIT sowie der Forschungsstelle für Brandschutztechnik. Im Fokus dieses Berichts steht die Entwicklung der drei Institutsteile – Chemische Energieträger – Brennstofftechnologie, EBI ceb, Verbrennungstechnik, EBI vbt, und Wasserchemie und Wassertechnologie, EBI wct – mit Beiträgen aus der universitären Lehre, der Aus- und Weiterbildung, den Forschungs- und Entwicklungsprojekten, der Beratung und Firmenkontakte. Wie in den vergangenen Jahren erscheinen die gasspezifischen Beiträge im gwf Gas + Energie (Teil 1: Ausgabe 6/2026, EBI ceb; Teil 2: Ausgabe 7-8/2026, EBI vbt) und der wasserspezifische Beitrag im gwf-Wasser | Abwasser (Teil 3: Ausgabe 6/2026, EBI WCT)
