gwf Wasser | Abwasser gwf Wasser/Abwasser 04/2026

Wasserwiederverwendung, Phosphorrückgewinnung, Schadstoffelimination, klimaresiliente Schwammstadt-Konzepte, Digitalisierung und Cybersecurity sind nur einige der Themen, die die Wasserwirtschaft derzeit umtreiben. Hautnah erleben lassen sie sich auf der diesjährigen IFAT Munich. Die vorliegende Ausgabe greift diese Themen praxisnah und zukunftsorientiert auf – mit Fokus auf innovative Technologien, regulatorische Entwicklungen und konkrete Lösungen für Betreiber und Kommunen.
Die Ausgabe erscheint am 23.04.2026
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Unsere Top-Themen

Wenn Wasser knapp wird, geraten Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen unter Druck. Gleichzeitig steht Europa vor der Herausforderung, alternde Infrastruktur zu modernisieren, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen und den Wasserkreislauf widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen. Auf der IFAT München 2026 treffen Politik, Industrie und kommunale Versorger zusammen, um Lösungen für diese Zukunftsfragen zu diskutieren. Im Interview erklärt EU-Kommissarin Jessika Roswall, warum Wasser zu einer strategischen Ressource für Europa wird, welche Ziele die neue EU-Strategie zur Wasserresilienz verfolgt und wie Innovation, Digitalisierung und Investitionen den europäischen Wassersektor stärken können.
IFAT Special
Zur IFAT 2026 veröffentlicht die gwf Wasser/Abwasser ein umfassendes Special.
Weitere Beiträge
- PFAS im Wasserkreislauf: : Herkunft, Analytik, Regulierung und Behandlungstechnologien
- Keramische Ultrafiltration als wirtschaftliche Alternative in der UF-Vorbehandlung
- Systeme für dezentrale Trinkwasserlösungen
- Black Box Wasserleitungsnetz -Netzwerkmonitoring leicht gemacht
- Smart und effizient im gesamten Wasserkreislauf
- Smart Water Rollout – Wie Wasser zu Daten wird
- Automatisierte Auswertung von
- Flowmeter-Messungen in Bohrungen
- Kritische Infrastruktur Trinkwasser –warum Versorgungssysteme in mehrfacher Hinsicht Risiken bergen
- Technischer Austausch in Krisenzeiten
- Historisches Viadukt trifft Schwammstadt-Prinzip
u.v.m.
Fachberichte
Fachbericht: Platzsparende Spurenstoff- und Phosphorelimination mittels Pulveraktivkohle und Flexbed Filter
Autoren: Kathrin Gantner, Benedikt Ney
Die Technologiekombination aus Pulveraktivkohle-/Fällmitteldosierung und nachgeschaltetem Flexbed Filter zur Spurenstoff- und weitergehenden Phosphorelimination ist schon seit einigen Jahren als besonders platzsparende Lösung für die vierte Reinigungsstufe bekannt. Bisher fehlte allerdings der umfassende wissenschaftliche Nachweis, dass kurze Kontaktzeiten der frisch zudosierten Pulveraktivkohle und hohe Flächenbelastung des Raumfilters mit kompressiblem Filtermedium zu ausreichend hoher Eliminationsleistung in Bezug auf die Spurenstoffe führen, bei gleichzeitiger Garantie eines guten Rückhalts der Pulveraktivkohle (PAK) im Filter. Das vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) geförderte Projekt auf der Kläranlage Speyer untersuchte eine entsprechende containerbasierte Pilotanlage zur Spurenstoffelimination im sechsmonatigen Praxisbetrieb und lieferte den Nachweis einer Elimination nach EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU 2024) von mindestens 80 %(Kläranlage +vierte Reinigungsstufe). Darüber hinaus wurde gezeigt, dass ein ausreichend hoher PAK-Rückhalt im Filter (> 96 %) auch bei hoher Flächenbelastung (bis knapp 60 m³/m²∙h) stattfindet.
Fachbericht: Dezentrale Abwasserreinigung im demografischen Wandel: Prozessstabilität bei Ferienhäusern und Wochenendnutzung sicherstellen
Autor: Elmar Lesch
Der demografische Wandel und neue Nutzungsformen im ländlichen Raum führen zu stark schwankenden Belastungen in dezentralen Abwassersystemen. Besonders bei Ferienhäusern und Wochenendnutzung treten Lastspitzen sowie längere Unterlast- oder Stillstandsphasen auf, die die Prozessstabilität von Kleinkläranlagen beeinträchtigen können. Der Beitrag analysiert typische Belastungsmuster und vergleicht verschiedene Verfahren hinsichtlich ihrer Unterlast tauglichkeit. Biofilmverfahren wie Festbett- und Wirbelbettanlagen zeigen aufgrund ihrer fixierten Biomasse eine besonders hohe Stabilität und ermöglichen auch bei diskontinuierlicher Nutzung eine sichere Einhaltung der Ablaufgrenzwerte.
Fachbericht: Der Sediment-Wasser-Übergang als steuerbare Infrastrukturkomponente urbaner Gewässer
Autoren: Cordula Jäger, Alexander Adick
Phosphor aus sauerstoffarmen Sedimenten bleibt trotz geringerer Nährstoffzufuhr von außen ein zentrales Problem bei der Sanierung städtischer Stillgewässer. Unter Sauerstoffmangel wandelt sich Fe³+ zu Fe²+, wodurch gebundener Phosphor freigesetzt wird. Gleichzeitig fördern anoxische Bedingungen die Ansammlung von Ammonium, die Bildung von Sulfid und methanogene Prozesse. Der Übergang zwischen Sediment und Wasser erweist sich als biogeochemisch aktiver und steuerbarer Bereich. Der Beitrag untersucht mehrjährige Beobachtungen aus vier Gewässern in Deutschland und China, in denen eine druckausgleichende Linienbelüftung nahe dem Sediment eingesetzt wurde. Über alle Standorte hinweg zeigten sich ähnliche Entwicklungen: weniger bioverfügbarer Phosphor, geringere Ammoniumkonzentrationen, stabilere oxidierte Bedingungen und ein Rückgang organischer Sedimentanteile. Die Ergebnisse zeigen, dass eine redoxgesteuerte Stabilisierung des Sediments nicht nur limnologische Prozesse beeinflusst, sondern auch die interne Phosphorbelastung und klimarelevante Gasemissionen langfristig senken kann. Der Sediment-Wasser-Übergang wird so zu einer Schlüsselgröße für eine energieeffiziente, klimafreundliche Wasserinfrastruktur.
